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Beitrag von Dani » 25.01.2019, 22:03

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Wir sind EF Education First. 35 Fahrer aus 15 Nationen radeln um die Welt. Alles über unsere Reise hier im Thread!

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 25.01.2019, 23:57

Prolog: Interview mit dem Manager

- Eine neue Saison beginnt. lassen Sie uns zunächst auf die vergangene Saison schauen. War die in Ihren Augen erfolgreich?

Wir fahren in erster Linie für unseren Kapitän Greg Van Avermaet. Und bei ihm gehts natürlich jedes Jahr vor allem um die Flandernrundfahrt. Da mussten wir letztes Jahr feststellen, dass zwei Fahrer einfach besser waren. Auch im Fahrerweltcup konnten wir den erhofften Sieg nicht erreichen. Greg Van Avermaet konnte den Weltcup einige Monate anführen, doch am Ende gab es ein drei Fahrer, die einfach mehr Punkte eingefahren sind. Trotzdem war es eine großartige Saison von ihm. Eindrucksvolle Siege bei der Strade Bianche und Gent Wevelgem. Dazu noch die Classica San Sebastian und Quer durch Flandern. Von Februar bis September konnte er um Siege kämpfen. Das Saisonhighlight kam aber erst danach. Der WM Sieg und das Regenbogentrikot für Michael Woods machen jede Saison zu einer erfolgreichen. Auch trotz der Unannehmlichkeiten um Bauke Mollema.

- Sie sprechen ihn gerade an. Bauke Mollema. Das Thema der Transferphase. Er wollte und sollte auf jeden Fall das Team verlassen. Trotzdem wird er in ein paar Tagen in San Juan ein pinkes Trikot tragen. Wie kann das sein?

Die Saison war ein großes Missverständnis. Bauke Mollema wurde uns als GrandTour Kapitän verkauft, aber das ist er leider nicht. Er sollte die Tour de France gewinnen, das war seine einzige Aufgabe. Doch dem Druck war er einfach nicht gewachsen. In den letzten 5 Jahren fuhr Bauke für 5 verschiedene Teams. Niemand war mit ihm zufrieden und er war unzufrieden. Wir haben uns diesen Winter mit ihm zusammengesetzt und die Saison genau nach seinen Wünschen geplant. Er wird dieses Jahr nicht die Tour gewinnen. Sein Ziel ist wieder ein Etappensieg. Außerdem möchte er die kämpferischster Fahrer Wertung beim Giro gewinnen. Weniger Druck und mehr Rennspaß.

- Ihr Team war immer bekannt dafür bei jeder Grand Tour einen Mann für die Gesamtwertung zu haben, doch der Absturz im Teamcheck zeigt, dass das eigentlich gar nicht mehr möglich ist. Wenn Bauke Mollema nicht mehr um die Gesamtwertung fahren will, wer soll es dann tun?

Es war diesen Winter leider unmöglich einen GrandTour Kapitän zu verpflichten. Also müssen wir uns nächstes Jahr komplett umstellen. Der Giro steht ganz im Zeichen unseres italienischen Zugs: Bennati -> Belletti -> Modolo und Bauke Mollema wird in den Bergen ein Feuerwerk abliefern. Vielleicht wird neben der Kämpferischsten Fahrer Wertung auch das Bergtrikot drin sein. Bei der Tour fahren wir die großen Geschütze auf. Neben Mollema wollen auch Van Avermaet und Woods eine Etappe gewinnen. Wir haben keinen Sprinter und keinen Mann für die Gesamtwertung am Start. Ich kann ihnen versichern, dass wir in jeder Ausreißergruppe zu finden sein werden. Bei der Vuelta werden wir vor allem Fahrern aus der zweiten Reihe eine Chance geben. Auch hier wird man uns wohl vor allem in Ausreißer Gruppen finden.

- Das Regenbogentrikot ist natürlich eine große Sache für ihr Team. Aber nicht der große Kapitän Greg Van Avermaet trägt dieses sondern eben Michael Woods. Wie gehen Sie damit im Team um und akzeptiert Greg Van Avermaet einen zweiten Leader im Team?

Die beiden harmonieren sehr gut miteinander. Das Regenbogen Trikot wird man das erste mal bei der Strade Bianche sehen, wo Greg Van Avermaet das dritte mal in Folge als erstes auf dem Piazza del Campo ankommen will und Michael Woods wird ihn dabei mit allen Kräften unterstützen. Das selbe gilt für Tirreno Adriatico, wo ebenfalls beide zusammen am Start stehen. Danach versuchen wir es klar zu teilen: Wahrend Van Avermaet bei den flämischen Klassikern an den Start steht, wird Woods unser Kapitän in den Ardennen sein. Bei der Tour und den Herbstklassikern stehen dann wieder beide gemeinsam am Start.

- Die großen Saisonziele sind also die Klassiker? Glauben sie an eine Titelverteidigung bei den Weltmeisterschaften in Yorkshire Ende September?

Ich glaube wir haben bei allen 5 Monumenten Siegchancen, wobei uns ein Sieg auf jeden Fall reichen würde. Der WM Kurs ist leider zu leicht für unser Team. Dieses Jahr gewinnt vermutlich ein Sprinter. Das Team besteht aber nicht nur aus den großen Kapitänen. Unser Team wird bei allen Rennen an den Start gehen und hat bei jedem Rennen Ambitionen. Natürlich gehen wir bei jedem World Tour Rennen mit Top Fitness an den Start. Also eigentlich ist alles wie immer!

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 26.01.2019, 16:17

1. Etappe: Flughafen Palma de Mallorca

+++ Breaking News +++ Samstag - 16:17 Uhr: Tim Wellens am Flughafen in Palma de Mallorca am Schalter der australischen Airline Qantas gesichtet +++ Breaking News +++

Eigentlich war doch alles klar: Tim Wellens beginnt seine Saison ende Januar bei der Challenge Ciclista Mallorca, wo er mindestens 2 Etappen gewinnen will. Dafür trainiert er seit November auf der Insel. Doch er scheint jetzt schon in Topform zu sein, obwohl das Rennen erst in zwei Wochen beginnt.

Die Wettervorhersage für die Adelaide Hills beträgt aktuell nur 25°C, nachdem das Thermometer in den vergangenen Tagen noch die 40°C überschritten hat. Außerdem beträgt die Regenwahrscheinlichkeit für Sonntag in Willunga stolze 20%. Hat das Tim Wellens tatsächlich dazu bewegt, nach Australien zu reisen um bei der Tour Down Under an den Start zu gehen? Die genaue Startliste liegt uns noch nicht vor, daher können wir es nur erahnen. Wenn ja, wird er es überhaupt rechtzeitig schaffen und wie kommt er mit dem Jetlag und dem Australian Summer zurecht?

Wer sonst für das EF Education First bei der Tour Down Under am Start steht ist noch unklar. Wir sind uns relativ sicher, dass Neuzugang Koen De Kort an den Start gehen wird. Der Holländer sieht Australien als seine zweite Heimat und will dieses Rennen bestimmt nicht verpassen. Der Australier Will Clarke sollte auch am Start stehen. Was sicher ist: Michael Woods und Bauke Mollema stehen nicht am Start: Woods beginnt nach Aussagen seines Managers die Saison erst bei der Strade Bianche und Mollema beginnt seine Saison in Argentinien. Unklar ist, ob möglicherweise Greg Van Avermaet hier am Start steht. Das erste Rennen der Saison wird oft genutzt um die Neuzugänge vorzustellen. Vielleicht kommt der Italienische Zug um Sacha Modolo und Manuel Belletti das erste Mal zum Einsatz. Auch andere Neuzugänge wie Alberto Bettiol, Sean Bennett, Samuel Dumoulin, Colin Joyce, Tsgabu Grmay oder Stephen Cummings könnten hier ihre Saison beginnen. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt!

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 01.02.2019, 16:05

2. Etappe: Adelaide Airport

Hallo, mein Name ist Tim Wellens und fahre für das Team EF Education First. Ich sitze am Flughafen in Adelaide und warte auf meinen Rückflug nach Mallorca. Meine Karriere begann vor 6 Jahren in genau diesem Team nur unter anderem Namen. Sie wurden 2012 auf mich aufmerksam, wo ich vielen bestimmt noch kein Begriff war. Auch wenn meine Werte schnell bergauf gingen, blieben die Erfolge lange aus. Ich hatte viel Pech und es gab immer ein paar Fahrer, die etwas besser waren. So verpasste ich als Vierter eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Rio nur knapp. Doch letztes Jahr, im allerletzten Rennen hat es endlich geklappt! Ich gewann mein erstes Rennen: Die Königsetappe der Tour of Guangxi und konnte damit auch die Gesamtwertung für mich entscheiden. Seit dem fühle ich mich wie ein anderer Mensch und bin hochmotiviert ins Jahr 2019 gestartet. Seit Anfang Dezember fahre ich den Puig Major hoch und bin top in Form. Darum hatten wir uns kurzfristig entschlossen meinen Saisonbeginn in Australien zu starten.
Auf Grund des Jetlags und den sommerlichen Temperaturen haben wir uns keine großen Ziele gesetzt, doch es lief erstaunlich gut. Auch wenn meine Tagesform nur auf der ersten Etappe ganz gut war, zählte ich auf den hügeligen Etappen immer zu den Besten. Auf der Königsetappe zum Willunga Hill waren wir 2 km vor dem Anstieg super positioniert, doch als es um die Kurve ging verloren wir Positionen und alle Ambitionen. Erst hing ich über einen Kilometer hinter Sören Kragh Andersen fest, der mich einfach nicht vorbeilassen wollte. Ich schrie "Go Go", aber er fuhr locker im Zickzack vor mir her und schaute sich die ganze Zeit um, weil er auf seinen Kapitän warten wollte. Als ich endlich vorbei kam, sprintete ich los, aber musste nach wenigen Metern wieder bremsen, weil Daryl Impey in Schlangenlinien vor mir her sprintete. Am Ende also ein typisches Rennen für mich, vom Ergebnis enttäuschend, aber ich weiß, dass die Form stimmt.

Jetzt bin ich bereit für mein erstes Saison Highlight, die Challenge Mallorca. Auf der Insel fühle ich mich Anfang des Jahres besonders gut. Ich weiß, dass alle im Team immer nur von Greg Van Avermaet und Michael Woods reden, aber ich glaube das kann mein Jahr werden. Ich will auf jeden Fall eine Etappe in Mallorca gewinnen. Danach reise ich auf das spanische Festland, wo ich in Valencia, Andalusien und Murcia an den Start gehen werde. Auch diese Rennen sollten mir liegen. Dann reise ich nach Frankreich, wo ich mich auf mein zweites großes Saisonhighlight vorbereiten werde: Paris Nizza. Da möchte ich auch gerne eine Etappe gewinnen. Anschließend werde ich bei Mailand San Remo meine Frühjahrs Kampagne abschließen und mich dann auf meine Saisonziele in der zweiten Saisonhälfte vorbereiten. Dieses Jahr soll mein Jahr werden, ich will endlich Rennen gewinnen. Fünf Siege sind mein Saisonziel! Oh der letzte Aufruf für den Flug nach Palma de Mallorca.

Bis Bald

Euer Tim

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 05.02.2019, 19:12

3. Etappe: San Juan - Petit Pocito Podium - EF Sprinterteam

Nachdem Neuverpflichtung Sacha Modolo bei der Herald Sun Tour zwei Vierte Plätze in Massensprints erreicht hat, hat es endlich für das erste Podium gereicht. Bei der ersten Etappe der Tour San Juan in Pocito konnte Andrien Petit hinter Fernando Gaviria und Nacer Bouhanni den dritten Platz erreichen und damit das erste Podium für unser Team einfahren. Auf der Sechsten Etappe ging es zum neu gebauten Autodromo El Villicum, wo im letztes Jahr erstmals die Superbike WM stattfand. Auch hier erreichte Petit den dritten Etappenrang hinter Gaviria und dem argentinischen Lokalmatador Max Richeze. Auf der Schlussetappe in San Juan erreichte er den vierten Rang. Mit fünf Top4 Ergebnissen in Massensprints scheint das Team EF Education First nun ein Sprinterteam zu sein.
In der Gesamtwertung lief es erneut nicht sehr erfolgreich: Wie bei der Tour Down Under sprang am Ende nur der elfte Gesamtrang heraus. Dani Moreno war unser Kapitän. Für ihn ist Argentinien wie eine zweite Heimat. Seine Frau kommt aus Argentinien und er verbringt immer den Winter dort. Leider waren nahezu alle Tour de France Kapitäne am Start und vor allem im Zeitfahren hat Dani zu viel zeit verloren. Nächste Woche geht es nach Mallorca, dann sollen endlich Erfolge her!

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 06.02.2019, 17:44

4. Etappe: Challenge Mallorca - Favoritencheck

Am kommenden Freitag beginnt die diesjährige Challenge Mallorca. Eine viertägige Rundfahrt, wo allerdings alle vier Etappen offiziell als Klassiker geführt werden. Das liegt daran, dass die Teams zu jeder Etappe andere Fahrer an den Start schicken können und nicht überall die Selben starten müssen. Doch welche Fahrer werden am Start stehen und die Konkurrenten von Tim Wellens sein? Genaue Startlisten liegen noch nicht vor, wir haben aber mal die Startlisten der anderen Rennen genau unter die Lupe genommen:

Man nehme alle Fahrer, die bei der Tour Down Under am Start standen und ziehe die ab, die bei der Herald Sun Tour und in San Juan im Start standen. Voila!
► Text zeigen
Mit Diego Rosa, Roman Kreuziger, Sergey Chernetskiy, Rudy Molard und Luis Leon Sanchez wird wohl die Hälfte aller Fahrer am Start stehen, die bei der Tour Down Under in den Top 10 standen. Dazu der beste Bergfahrer Jonathan Hivert. Keine leichte Aufgabe für unseren Kapitän Tim Wellens. Wir glauben aber trotzdem, dass er eine Etappe gewinnen kann.

Folgende 10 Fahrer reisen für unser Team nach Mallorca:

Tim Wellens
Tanel Kangert
Manuel Belletti
Daniele Bennati
Samuel Dumoulin
Tsgabu Grmay
Benjamin King
Larry Warbasse
Sean Bennett
Robin Carpenter

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 15.02.2019, 16:21

5. Etappe: Mallorca - Einer steht vor der Sonne

Auch auf der Sonneninsel Mallorca hat es nicht mit dem ersten Saisonsieg für unser Team geklappt. Tim Wellens beendet das Rennen mit zwei sechsten und einem zweiten Platz. Dieses Jahr gab es im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine Möglichkeit mehr für die Bergfahrer: Das Ziel bei der Trofeo Felanitx wurde von der Stadt auf den Coll de San Salvador verlegt. Die Taktik für unser Team war klar: Die Helfer halten das Feld zusammen und Tim Wellens muss an vorderster Position in den Schlussanstieg gehen. Alles lief nach Plan, auch wenn die Ausreißer deutlich stärker waren, als gedacht. Das Team musste sich komplett aufopfern und trotzdem schaffte es mit Floris Gerts ein Ausreißer als Solist in den Anstieg. Allerdings nur mit wenigen Sekunden Vorsprung. Sonst hat alles perfekt funktioniert, Tim Wellens ging an Zweiter Position hinter Samuel Dumoulin in den Schlussanstieg, doch dann passierte es. Als Gerts eingeholt wurde, wollte, Wellens ihn rechts überholen, als Floris Gerts plötzlich nach rechts rüber zog. Wellens musste bremsen und wurde an Gerts Hinterrad bis an etwa 20. Position im Feld zurückgedrängt. Damit war die ganze Arbeit des Tages umsonst. Er konnte sich zwar noch nach vorne arbeiten, aber mehr als ein sechster Platz war nicht mehr möglich.

Auch beim Trofeo Andratx Lloseta war nicht mehr als ein sechster Platz möglich. Ein taktischer Fehler hat uns den möglichen Sieg gekostet. Wir waren uns eigentlich sicher, dass der Puig Major zu früh im Rennen kam und eine Attacke keinen Sinn macht. Aber das Team Trek hat mit ihrem Dauertempo auf den ersten 100 km dem Feld so zugesetzt, dass im Finale keiner mehr die Kraft hatte ihren Kapitän Marc Soler wieder einzuholen. Was geschehen wäre, wenn Wellens versucht hätte, Soler zu folgen kann keiner wissen, aber Chancen auf den Sieg wären da gewesen.

Am nächsten Tag wollte man alles besser machen. Der Puig Major wurde dieses mal von der anderen Seite befahren. Als Soler in die Attacke ging, setze Wellens sofort nach. Auf der Abfahrt bildete sich eine Sechsköpfige Gruppe, die den davongeeilten Solisten Sergey Chernetskiy jagte. In der Schlussteigung Richtung Deia setzten sich Soler und Wellens ab und konnten kurz vor dem Ziel Chernetskiy einholen. Doch Soler war im Schlusssprint der Cleverere und konnten seinen zweiten Sieg einfahren. Mit dem zweiten Platz sind wir dem ersten Saisonsieg etwas näher gekommen, aber leider hat es noch nicht geklappt. Tim Wellens wird nächstes Wochenende bei der Valencia Rundfahrt erneut angreifen. Die Trofeo de Tramuntana war ein Rennen, das in die Geschichte eingehen wird: Aufgrund schlechter Wetterverhältnisse funktionierte die Zeitnahme im Ziel nicht. Der Regen hatte für einen Kurzschluss gesorgt und bei dem Nebel konnten die UCI Kommissäre die Startnummern der Fahrer nicht erkennen. Am Ende wurden Handyaufnahmen aus dem AG2R Teamfahrzeug genommen, um das Ergebnis zu ermitteln. Unglaublich!

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 15.02.2019, 16:56

6. Etappe: Marseille - ein schrecklicher Sturz

Mit dem Grand Prix la Marseillaise begann letztes Wochenende auch die französische Radsportsaison. Mit Samuel Dumoulin haben wir einen Fahrer extra für diese Rennen ins Team geholt. Der nur 1,59m kleine Franzose, der bereits vor einigen Jahren in unserem Team fuhr, betreibt zusammen mit seinem Bruder eine Bäckerei in der Heimat. Leider waren wir auf Grund der vielen Rennen rund um die Welt nicht in der Lage ihm ein starkes Helferteam an die Seite zu stellen. Nur 5 pinke Trikots reihten sich am Start in Allauch ein und für alle außer Dumoulin war es der erste Saisoneinsatz. Mit diesem Team konnten wir unmöglich das Feld kontrollieren. Darum ging Toms Skujins in die Gruppe des Tages, um den anderen Teams die Arbeit im Feld aufzuzwingen. Jedoch machten wir die Rechnung ohne Lilian Calmejane. Ein absoluter Favorit für dieses Rennen, auch er ging in die Gruppe und hängte Skujins im Finale mit Leichtigkeit ab. Skujins wurde schnell vom Feld gestellt, wo Dumoulin mit Rolland nur noch einen Helfer hatte. Skujins versuchte noch in die Tempoarbeit einzusteigen, bevor Rolland im Finale die Gruppe zusammenhalten soll, damit Dumoulin im Schlusssprint endlich für den ersten Sieg des Teams sorgen kann. Doch dann kam es etwa 20 km vor dem Ziel zu einem schrecklichen Sturz. Samuel Dumoulin verlor in einer Linkskurve die Kontrolle und krachte auf den Asphalt. Zum Glück kam er mit wenigen Hautabschürfungen davon und konnte nach kurzer Behandlungspause das Rennen fortsetzen. Der ersehnte Sieg war aber natürlich weg. Pierre Rolland reagierte blitzschnell: Nun, wo er der einzige verbleibende EF Fahrer in der ersten Gruppe war, war ein Sprint keine Option mehr, Rolland ist bekanntermaßen kein Sprinter. Sofort als es in den letzten Anstieg des Tages ging setzte Rolland eine Attacke und tatsächlich schaffte er es, die Gruppe zu sprengen. Als Calmejane eingeholt wurde, bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe, die den Sieg unter sich ausmachen sollte. Matej Mohoric konnte den Sprint gewinnen und Rolland erreichte am Ende den Sechsten Platz. Dafür, dass seine Formkurve noch ganz unten ist und er bis 20 km vor dem Ziel nur ein Helfer war und das Ziel keine Bergankunft war, ein großartiges Ergebnis für unser Team. Aber da war erst der erste französische Klassiker. Samuel Dumoulin wird noch viele Chancen bekommen in diesem Jahr!

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 21.02.2019, 20:57

7. Etappe: Laigueglia - Gelungener Italienischer Auftakt

Am letzten Wochenende fand auch das erste Rennen in Italien statt. Die Trofeo Laigueglia. Den Ort kennt jeder Radsportfan. Da wo die Start- und Ziellinie dieses Rennens ist, geht in gut 4 Wochen so richtig die Post ab. Dann sind wir nämlich etwa bei Kilometer 240 bei der Primavera, kurz vor dem ersten Capi Anstieg! Der Capo Melo wurde hier auch befahren, nur von der anderen Seite, bevor die Fahrer in Laigueglia um den Sieg sprinteten. Das Rennen lief nach dem typischen Schema der Saison ab. Früh entstand eine sehr große Fluchtgruppe. Unser Neuzugang Stephen Cummings wollte direkt im ersten Rennen für unser Team in seiner italienischen Wahlheimat zeigen, dass er am allerliebsten in Ausreißergruppen geht. Doch wie sooft wurde die Gruppe unter dem Tempodiktat von Lotto Soudal viel zu früh im Rennen eingeholt. Bis zum Ziel ist dann nicht mehr viel passiert. Erwähnenswert höchstens, dass der zehnfache amerikanische Cross Meister Logan Owen zu Sturz kam, aber ohne Verletzungen blieb und das Rennen fortsetzen konnte. Die restlichen Helfer bereiteten das Finale für unseren Kapitän Alberto Bettiol vor. Allerdings reichte es erneut nicht ganz zum Sieg. Am Ende sprang ein zweiter Platz heraus, was ein sehr ordentliches Ergebnis ist. Wenn wir in einem Monat das nächste Mal durch Laiguelia fahren, erhoffen wir uns am Ende des Tages allerdings an erster Stelle das Ziel zu erreichen. Wie wir bereits exklusiv erfahren haben, werden mit Greg Van Avermaet, Bauke Mollema, Michael Woods, Tim Wellens und Sacha Modolo die ganz großen Geschütze bei Mailand - San Remo aufgefahren. Dazu wird noch Altmeister Daniele Bennati an den Start gehen und Lawson Craddock.

Fun Fact: Die Trofeo Laigueglia wurde von einem Australier gewonnen. Die Australier haben alle im Winter bzw. Australischen Sommer hart trainiert, um bei der Tour Down Under aufzutrumpfen. Allerdings lief da gar nichts für die Kängurus: Nur ein Australischer Etappensieg und die Plätze 7, 8 und 12 in der Gesamtwertung. Und jetzt dominieren sie plötzlich alle Rennen in Europa. Die Ergebnislisten voller Ewans, Portes, Dennis' und Mccartys. Ihr seid wohl alle ein paar Wochen zu spät in Form.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 24.02.2019, 13:51

8. Etappe: Oman - Radikale Taktikänderung bringt endlich ersten Sieg

Explore the World ist unser Jahresmotto und nach Australien, Südamerika und Europa erreichen wir so früh in der Saison bereits den vierten Kontinent: Asien. Für die Oman Rundfahrt haben wir unsere Taktik komplett umgestellt. Völlig überraschend waren wir auf der ersten Etappe nicht in der Spitzengruppe zu finden. Stattdessen sorgte Lars Ytting Bak für ein kontrolliertes Tempo im Peloton. Als die Ausreißer auf den letzten 5km eingeholt wurden, schoss plötzlich der pinke Zug auf der linken Straßenseite nach vorne. Die Zusammensetzung wirkte sehr komisch. Die nominellen Anfahrer Smith und Belletti fuhren an der Spitze und Koen de Kort war letzter Mann vor Modolo. Aufgrund schlechter Tagesform und schlechter Fitnesss der Anfahrer, entschloss sich das Team zu diesem Schritt. So sprintete der Zug bereits früh an allen vorbei. Als De Kort aus der Führung ging, sah er schon, dass Modolo uneinholbar in Führung lag. Der Italiener musste es nur noch ins Ziel bringen. Mit drei Radlängen Vorsprung holte er den ersten Saisonsieg und das rote Führungstrikot.

Trotz aller Anstrengungen konnten wir das Trikot auf der zweiten Etappe nicht verteidigen und verloren es an den Späteren Gesamtsieger Kwiatkowski. Dani Moreno war als 6. am Ende unser bester Mann in der Gesamtwertung. Als nächstes reisen wir wieder zurück nach Südamerika. Dani Martinez will bei seiner Heimrundfahrt glänzen, bevor Greg Van Avermaet bei der Andalusien Rundfahrt in Europa sein Saisondebüt geben wird. Und dann steht mit der UAE Tour auch schon das nächste WorldTour Rennen an.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 26.02.2019, 20:02

9. Etappe: Kolumbien - Tsgabu Gebremaryam Grmay

Sein Name ist Tsgabu, sein Vater heißt Gebremaryam und sein Opa Grmay. So setzen sich Namen in Äthopien und Eritrea zusammen. Familiennamen, wie wir sie haben, gibt es nicht. 2016 kam Tsgabu zu Dimension Data in die Liga. Er wurde Zweiter der Nachwuchswertung beim Criterium International, konnte aber kein Rennen in den Top 20 beenden. Danach fuhr er zwei Jahre für Androni, wo er als 19. beim Ötztaler einmal die Top 20 erreichte. Nach dem Aus von Androni kam er in unserem Team unter und leistete auf Mallorca und in Valencia schon gute Helferdienste für Tim Wellens. Letzte Woche reiste der Afrikaner nach Kolumbien, um Kapitän Dani Martinez zu unterstützen. Explore the World!

Bei der unbedeutenden 2.1 Rundfahrt wollten wir eigentlich mit Dani Martinez in die Top10 fahren, aber bei Blick auf die Startliste wurde uns klar: hier geht es maximal um die Top20. Die größten Chancen erhofften wir uns im Mannschaftszeitfahren, doch bereits vor dem Start wurde uns klar, dass Martinez nicht die erhoffte Fitness erreicht hat. Hinzu kam eine schlechte Tagesform, die sich durch die ganze Rundfahrt zog. Da er einen wichtigen Part in unserem Zeitfahrteam hatte, erreichten wir nicht das erhoffte Ergebnis und wurden lediglich Siebter. Danach sahen wir nur Chancen in Ausreißergruppen. Jeder durfte mal angreifen, aber leider kam keine Gruppe durch. Bei der ersten Bergetappe sahen die Chancen ganz gut aus, doch Rein Taaramäe und seine Gefährten wurden kurz vor dem Ziel eingeholt und erreichten mit der Favoritengruppe das Ziel. Kapitän Martinez und Tsgabu Gebremaryam Grmay hatten keine Chance der Gruppe zu folgen und verloren Zeit. Die Etappe war eigentlich die einfachere. Was sollte nur bei der schweren Königsetappe am Schlusstag passieren?

Die einzige Chance für unser Team konnte nur wieder eine Gruppe sein. Mit Petit und Rosskopf holten wir extra zwei Tempomacher in die Gruppe und Tsgabu sollte der Mann für das Ergebnis werden. Er sollte zu den besten Bergfahrern der Gruppe gehören und wenn, die Gruppe mit Vorsprung in den Schlussanstieg geht, kann er vielleicht ein Top20 oder sogar Top10 Ergebnis erzielen. Die Gruppe erreichte einen Maximalvorsprung von über 8 Minuten und als es in den Schlussanstieg ging, waren es noch weit über Fünf. Petit und Rosskopf haben super vorgearbeitet und Tsgabu verschärfte sofort das Tempo. Er konnte schnell einen Vorsprung von 30 Sekunden herausfahren. Er schien der stärkste Mann in der Gruppe zu sein. Vielleicht konnte er ja sogar um den Etappensieg fahren. Doch der Schlussanstieg war stolze 15 km lang. Nach und nach baute er den Vorsprung auf eine Minute aus. Dann wurden es sogar über zwei, kurz bevor die Favoriten seine einstigen Mitstreiter einholten. Dann waren es noch etwa 3 km. Zwei Minuten, drei Kilometer, das muss doch reichen? Wir haben schon so viel erlebt, so viele Ausreißer sind kurz vor dem Ziel stehen geblieben und Favoriten kamen heran geflogen. Doch heute war nicht so ein Tag. Tsgabu Gebremaryam Grmay erreichte als Solist das Ziel und kein anderer Fahrer in Sicht! Der zweite Sieg für unser Team, an einem Tag, wo wie niemals damit gerechnet hatten. Kurz dachten wir, vielleicht geht sogar was in der Gesamtwertung. Tsgabu hat nur 2'26 Rückstand, und nach einer Minute, war immer noch niemand weiteres im Ziel. Doch nach 1'20 kamen die Favoriten. Damit sollte er sich Stück verbessern, vielleicht reicht es für die Top10, doch wir vergaßen, dass die meisten Favoriten auch schon eine Minute Rückstand hatten. Am Ende konnte Tsgabu sogar den dritten Platz in der Gesamtwertung erreichen. Nur 14 Sekunden hinter dem Gesamtsieg. Ein unglaubliches Ergebnis. Eine Attacke aus der Verzweiflung. Irgendwie die Top 20 erreichen, wäre ein zufriedenstellendes Ergebnis gewesen, das hat er in seiner Karriere ja erst einmal geschafft. Doch der Sieg bei dieser Bergankunft übertrifft alle Erwartungen. Tsgabu Gebremaryam Grmay hat gewonnen!

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 06.03.2019, 17:50

10. Etappe: Andalusien/Flandern - Gelungener Saisonauftakt für Van Avermaet

Greg Van Avermaet ist bei der Andalusien Rundfahrt direkt mit einem Sieg in die Saison gestartet. Bei der teilweise gepflasterten steilen Ankunft auf der ersten Etappe in Alcala de los Gazules konnte er einen überlegenden Sieg einfahren. Danach folgten zwei denkbar knappe zweite Plätze, wo er einmal im Fotofinish um 1 cm und im Zeitfahren um 1 Sekunde geschlagen wurde. Danach ging es nur noch um die Verteidigung des Führungstrikots. Dies gestaltete sich einfacher als gedacht. Greg musste sich lediglich an den überstarken Lotto Soudal Express hängen, der alle Lücken zu den Angreifern schließen konnte, um seinen ungefährdeten ersten Rundfahrtsieg seit der Belgien Rundfahrt 2015 einzufahren.

Beim belgischen Eröffnungswochenende konnten wir, wie in den letzten Jahren, keine Top Ergebnisse einfahren. Das neue Finale beim Omloop Het Nieuwsblad ist sehr schwer zu fahren. Eine Attacke vor der Muur macht wenig Sinn. Als Solist braucht man bestimmt eine Minute Vorsprung auf eine größere Gruppe, die man einfach nicht herausfahren kann. Niki Terpstra versuchte es in diesem Jahr und hatte auch gut 40 Sekunden, wurde aber wieder gestellt. Wir versuchten am Lieblingsanstieg von Greg Van Avermaet, dem Berendries das Feld mit einer Tempoverschärfung zu sprengen. Das schafften wir nur kurz, danach rollte alles wieder zusammen. Dann passierte das selbe, wie im letzten Jahr: Greg ging zwar an guter Position in die Muur, wurde aber trotzdem nach hinten geblockt. So mussten wir, wie letztes Jahr das Stück zwischen Muur und Bosberg dafür verschwenden, wieder an die Gruppe heranzukommen, statt eine mögliche Attacke zu setzen. Nach dem Bosberg war es dann zu spät, um sich noch abzusetzen, wie Peter Sagan spürte, der auf den letzten Metern wieder gestellt wurde. So endete es im Sprint einer Gruppe mit einem sechsten Platz für Van Avermaet.

Als nächstes beginnen die italienischen Wochen. Greg Van Avermaet wird, bei der Strade Bianche, Tirreno Ardiatico und Mailand San Remo auf Sieg fahren.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 15.03.2019, 18:49

11. Etappe: Vereinigte Arabische Emirate - Modolo vorne dabei

Auch beim zweiten Rennen auf der arabischen Halbinsel besticht Sacha Modolo mit starker Form. Nach seinem Etappensieg bei der Oman Rundfahrt, konnte Modolo zwei zweite Plätze auf World Tour Niveau bei der UAE Tour erreichen. Nachdem er im Oman einen Zug zur Verfügung hatte, musste er sich diesmal alleine durchschlagen. Fernando Gaviria war bei der Rundfahrt im Sprint unschlagbar. Modolo konnte sich gegen die anderen Sprinter zwei mal im Kampf um Gavirias Hinterrad durchsetzen und wurde so zwei mal Zweiter. Besonders beeindruckend waren seine Wechsel von einem Zug zum anderen und an Ende hang er immer am richtigen. Beim ersten Sprint wartete er leider etwas zu lange. Auf der Zielgeraden herrschte starker Gegenwind und er wollte erst so spät wie Möglich aus dem Windschatten fahren. Im Finale hatte Modolo die höchste Endgeschwindigkeit, konnte aber nur Vierter werden. 15 Meter hinter der Ziellinie hätte er gewonnen. Außerdem erreichte er den Achten Platz bei der Bergankunft am Hatta Dam. In der Punktewertung konnte Modolo den zweiten Platz hinter Gaviria erreichen. Dafür ging er auf einer Bergetappe sogar in eine Fluchtgruppe, um Punkte an den Zwischensprint zu sammeln. In der Gesamtwertung erreichten wir mal wieder den undankbaren Elften Platz mit Dani Moreno, den wir in diesem Jahr schon bei der ersten World Tour Rundfahrt in Australien belegt hatten. Dani Martinez wurde Zweiter der Nachwuchswertung und in der Teamwertung belegten wir am Ende den Dritten Platz.

Nächste Woche stehen die nächsten World Tour Rundfahrten an. Bei Paris Nizza und Tirreno Adriatico wollen unsere Kapitäne Tim Wellens und Greg Van Avermaet ein besseres Ergebnis als Platz 11 in der Gesamtwertung einfahren.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 17.03.2019, 18:21

12. Etappe: Toskana - Enttäuschendes Ergebnis

Bei der Strade Bianche konnte Greg Van Avermaet nicht seine zwei Siege der letzten Jahre wiederholen. Er erreichte auf dem Piazza del Campo in Siena nur einen enttäuschenden Zwölften Rang. "Ich glaube, wir hatten zu sehr das Rennen vom letzten Jahr im Kopf und wollten den Rennverlauf einfach kopieren." reflektierte der Belgier kritisch, "Doch jetzt war ein anderes Jahr und ein anderes Rennen. Die Konkurrenz war viel stärker und ich erwischte nicht den Sahnetag vom letzten Jahr."

Rückblick 2018: Das Team EF Drapac sorgt von Beginn an für ein hohes Tempo und fährt das Feld mürbe. Greg Van Avermaet hat großartige Fitness und Tagesform und attackiert etwa 15 km vor dem Ziel aus dem dezimierten Feld und gewinnt überlegen als Solosieger.

Auch 2019 versucht das Team Education First ein hohes Tempo anzuschlagen, was bei starkem Gegenwind oft schwer fiel. Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel, ist aber neben Weltmeister Woods, der seinen ersten Saisoneinsatz hatte, nur noch Rosskopf bei Van Avermaet und die Gruppe war noch sehr groß. Es sah wohl alles nach einem Massensprint aus. Als es auf die letzten 20 Kilometer ging, war Van Avermaet nicht gut positioniert und wurde dann sogar von Degenkolb aus dem Peloton geblockt. Bis er sich wieder vorne positioniert hatte, war bereits Julian Alaphilippe davon gefahren und Nibali in der Verfolgung. Machte jetzt noch eine Attacke Sinn? Das Team entschied, dass Greg lieber warten solle. Der Weltmeister ging in der Abfahrt nach vorne und versuchte seinen Kapitän vorne zu positionieren, doch der wurde in der letzten Kurve vor dem Schlussanstieg abgedrängt. Van Avermaet war dann leider schlecht positioniert und startete seinen Antritt viel zu spät. "Das ganze Team schien vergessen zu haben, dass man nach dem steilen Stück als erstes um die Kurve fahren muss", gestand der Vorjahressieger. "Danach war einfach kein Platz in den engen kurvigen Gassen. Für den Sieg hätten meine Beine wohl eh nicht gereicht. Die Konkurrenz ist super stark in diesem Jahr."

Dies gilt wohl auch für das nächste Highlight im Kalender von Greg Van Avermaet: Tirreno Adriatico. "Als das Rennen im Winter vorgestellt wurde, habe ich mich sehr gefreut. Es ist eines meiner Lieblingsrennen und ohne Bergetappe habe ich Chancen auf die Gesamtwertung." Das Team möchte alles für Van Avermaet geben. Nach einem 6. und einem 7. Platz in den bisherigen Mannschaftszeitfahren hofft man auf ein Top3 Resultat, um Greg die bestmögliche Ausgangslage zu ermöglichen. "Alaphilippe und Kwiatkowski sind super stark in diesem Jahr", so Van Avermaet. "Mit Roglic, Dumoulin und Thomas werden wohl auch große Rundfahrer, die vor allem auch Zeitfahren können am Start stehen. Wir haben gehofft, dass die Bergspezialisten eher bei Paris Nizza an den Start gehen würden. Um den Sieg zu fahren wird super schwer sein, mein Ziel ist die Top 10." Neben Weltmeister Michael Woods, wird Van Avermaet bei Tirreno Adriatico von Rosskopf, Cummings, Bennati, Powless und Craddock unterstützt werden.

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Beitrag von Dani » 18.03.2019, 17:30

13. Etappe: Paris/Nizza - Mollema Glücklich mit neuer Rolle - Erster Sieg auf World Tour Niveau

Die Rollenverteilung war vor dem Start eigentlich klar: Tim Wellens ist der Kapitän. Er hat Topfitness und soll der Mann für die Gesamtwertung sein. Auf den ersten windigen und hügeligen Etappen soll er einen Vorsprung gegenüber den Bergspezialisten rausfahren und ein starkes Helferteam um Bauke Mollema soll ihn auf der Bergetappe unterstützen, damit er nicht zu viel Zeit verliert. Doch der Wind blieb aus und es wurden keine Zeitunterschiede auf den ersten Etappen herausgefahren. Wellens zeigte ein starkes Zeitfahren und wurde Zwölfter und lag damit nach dem Kampf gegen die Uhr auf einem soliden achten Gesamtrang. Doch sein Teamkollege Bauke Mollema war stärker im Zeitfahren und lag in der Gesamtwertung vor ihm. Am Tag danach nach Brignoles erwischte Mollema einen super Tag und hatte fast perfekte Tagesform. Wellens wurde nach hinten geblockt und so folgte Mollema einigen Tempoverschärfungen und fand sich so plötzlich in einer Vier Mann starken Ausreißergruppe, die einen Vorsprung von wenigen Sekunden auf das Feld bis kurz vorm Ziel verteidigen konnte. Mollema ist gewiss kein Sprinter, aber es stellte sich heraus, dass er da vorne noch die meisten Körner übrig hatte. Bauke Mollema gewann knapp mit wenigen Zentimetern vor dem heranstürmenden Feld und feierte den ersten World Tour Sieg für unser Team! Attacke, Attacke, Kämpfen, Siegen! Das ist das Rennen von Bauke Mollema.

Zur Bergetappe traten wir dann mit der Doppelspitze Mollema/Wellens an. Beides keine Bergflöhe, aber sie schlugen sich ordentlich. Mollema verlor eine Minute, Wellens zwei. Mollema lag damit auf einem starken siebten Gesamtrang und ging als Kapitän in die Schlussetappe. Nun hatte er wieder die ungeliebte Rolle als Leader. Am Start sah man ihm schon an, dass das nicht sein Tag werden würde. Doch trotz miserabler Tagesform konnte er mit der großen Gruppe mithalten und seinen Siebten Gesamtrang verteidigen.

Hat EF Education First einen erfolgreichen Weg gefunden mit dem Fahrer Bauke Mollema umzugehen? Wenn man ihm das Gefühl gibt, dass er keinen Druck in der Gesamtwertung hat und frei drauf los fahren kann, kann er dann große Rennen gewinnen? Und geht das gut, wenn er dann plötzlich doch den Druck spürt? Als nächstes steht Bauke Mollema bei Mailand San Remo am Start, bevor er die Katalonien Rundfahrt bestreiten wird. Dort soll er Weltmeister Michael Woods unterstützen. Oder geht da vielleicht mehr?

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Beitrag von Dani » 24.03.2019, 01:23

14. Etappe: Denain/Sant Angelo - Nicht Kuala Lumpur

Da machten die Fahrer vom Team EF Education First aber große Augen, als sie von der Streckenbesichtigung rund um Denain zurück zum Hotel kamen. Ihr Mannschaftskollege Manuel Belletti saß in der Hotellobby. Der Italiener war gar nicht für das Rennen vorgesehen und wurde quasi strafversetzt. Eigentlich sollte Belletti nächste Woche in Malaysia auf Etappenjagd gehen, doch er weigerte sich ins Flugzeug zu steigen. "Zeitgleich findet die Settimana in meiner Heimat statt, da will ich starten. Nach Malaysia kriegen mich keine 10 Pferde", polterte Belletti.

Das Team reagierte prompt: "Manuel fährt jetzt in der World Tour und nicht mehr beim Team Androni. Da war sowas vielleicht normal. Aber gut, er kann gerne in seiner Heimat fahren, aber dafür muss er auch in Denain an den Start gehen. Und helferdienste bei Kälte Wind und Regen verrichten. Wenn er dann nicht mindestens eine Etappe bei der Settimana Coppi Bartali gewinnt, kann er sich nächstes Jahr ein neues Team suchen!", so Manager Dani.

Bei der Tour de Langkawi wird EF Education First damit nur mit einem Rumpfteam antreten, ohne wirklichen Sprinter und es stehen 7 Sprintankünfte an. Das scheint Manuel Belletti nicht zu interessieren. "Ich freue mich sehr auf die Settimana. Die einzige Rundfahrt, wo ich zu Hause schlafen darf und kein Hotel brauche. Ich bin in dieser Region geboren und aufgewachsen. Auf der ersten Etappe fahren wir 3 mal an meinem Haus in Sant Angelo vorbei. Alle meine Freunde und Familie werden mich anfeuern. Was soll ich in Malaysia? Das Ziel ist nur 2 km von zu Hause entfernt. Ich werde hier gewinnen. Auch wenn meine Fitness noch nicht so gut ist, verspüre ich doch einen sehr starkem Heimvorteil und keiner wird mich hier schlagen!"

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Beitrag von Dani » 31.03.2019, 18:19

15. Etappe: Sanremo - Italienische Vorspeise

Hallo Fans, ich bin euer Greg!

Nachdem es bei der Strade Bianche so enttäuschend lief, wollte ich bei Tirreno Adriatico glänzen. Es ist eines meiner Lieblingsrennen. Das Team leistete einen super Job im Mannschaftszeitfahren und ich war gut platziert. Auf den nächsten Etappen verpasste ich in den Sprints als 6. und 4. knapp das Podium. Dann folgte die Etappe, auf die wir uns besonders vorbereitet hatten. Viele enge Straßen und kurze steile Rampen, das hat mich sehr an Flandern erinnert. Das Team hat wieder einen tollen Job gemacht, aber mir fehlten einfach die Beine, das war ein miserabler Tag für mich. Bei der entscheidenden Attacke von Alaphilippe und Kwiatkowski konnte ich nicht folgen. Irgendwann fuhr Gianni Moscon neben mir und sagte "heute ist Minus 5", genauso fühlte ich mich auch.

Am Tag danach wollten wir die verlorene Zeit wieder wettmachen. Das Team hat mich zu Beginn des Rundkurses exzellent in vorderer Position abgeliefert und wir haben zusammen mit Sky das Tempo im Feld diktiert. Als dann Alaphilippe angriff, wusste ich, dass der nicht mein Gegner sein würde. Seine Form war einfach zu stark in der Woche. Als dann Kwistkowski und Dumoulin eine Gegenattacke setzte, ging ich aber mit. Doch dann passierte es: Michal Kwiatkowski ging eine Kurve zu schnell an und rutsche weg. Dumoulin kam gut vorbei, aber ich kam vollkommen aus dem tritt und eine Lücke zu Dumoulin ging auf, die ich nicht mehr schließen konnte. Am Ende ist aber ein Dritter Platz ein super Ergebnis nach der Enttäuschung vom Vortag.

Auf der Sechsten Etappe fühlte ich mich super und konnte im Massensprint den zweiten Platz hinter Impey belegen. Dann ging es ins abschließende Zeitfahren und ich wollte unbedingt den dritten Gesamtrang gegen die starken Zeitfahrer Moscon und Izagirre verteidigen, doch als ich von der Startrampe rollte, kam wieder dieses Minus 5 Gefühl in den Beinen. Und schon ging mir was ganz anderes durch den Kopf, bleibe ich überhaupt vor Chernetskii und Impey? Dieses Zeitfahren könnte mich auf den Siebten Platz zurückwerfen. Doch im Ziel war ich echt überrascht. Ein Siebzehnter Platz mit nur 23 Sekunden Rückstand bedeutete Platz 4 in der Gesamtwertung. Nur Gianni Moscon hat mich noch überholt, sogar Izagirre blieb hinter mir, der noch von Impey überholt wurde.

Am Wochenende stand dann Mailand Sanremo an. Das Rennen wegen dem ich damals in dieses Team geholt wurde. Doch hier wuchs ich zu einem Spezialisten für vor allem flämische Rennen heran. Trotzdem steht das Rennen natürlich auf der Liste der Rennen, die ich mal gewinnen will, ganz weit oben. Wir hatten ein super starkes Team am Start und wollten das Rennen schwer machen. Auf den ersten 200 km haben wir uns zurück gehalten, um dann mit voller Mannschaftsstärke im Finale anzugreifen. Leider machte uns der starke Wind einen Strich durch die Rechnung. Der kam größtenteils von schräg vorne und es war fast unmöglich das Rennen schwer zu machen. Die Gruppe am Poggio war noch sehr groß. Wir sind ganz vorne über die Kuppe gekommen, aber keine Chance uns in der Abfahrt abzusetzen.

In Sanremo kam dann von hinten Kwiatkowski an uns vorbeigeflogen, um den Sprint für Sagan anzuziehen. Ich wollte direkt an Peters Hinterrad springen, aber die Schaltung klemmte. Ich musste dann erneut auf Folgen klicken, aber dann war es schon zu spät und am Ende sprang nur ein Siebter Platz für mich heraus. Hätte ich direkt Sagans Hinterrad bekommen, wäre sicherlich die Top5, vielleicht sogar das Podium drin gewesen, aber so war der Zug einfach abgefahren. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Das hier war eh nur die Vorspeise, die wichtigen Rennen finden in den nächsten Wochen in Flandern statt, da will ich siegen.

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Beitrag von Dani » 31.03.2019, 18:56

16. Etappe: Gatteo - Holländer wollen Belletti arbeitslos machen

Wir staunten nicht schlecht, als wir vergangenen Freitag auf die endgültige Startliste der Settimana Coppi e Bartali schauten: Das Team Jumbo Visma schickte mit Dylan Groenewegen den derzeit besten Sprinter der Welt zu dem kleinen Rennen in Italien, der dazu noch etwa 10 Fitnesspunkte stärker war als Lokalmatador Manuel Belletti. Wie berichtet, hat das Team EF Belletti ein Ultimatum gestellt, nur bei einem Sieg bei diesem Rennen, wird sein Vertrag verlängert. Das machte es natürlich nahezu unmöglich, trotzdem wollte das Team alles geben, um den Neuzugang nach einem Jahr nicht schon wieder abgeben zu müssen. Angeblich war genau das die Taktik vom Team Jumbo Visma, um den sympathischen Süßwasserangler nächstes Jahr in den Groenewegen-Zug zu integrieren.

Gleich bei der ersten Etappe in Bellettis Heimatstadt konnte Groenewegen den Sprint gewinnen. Leider schaffte es Daniele Bennati nicht seinen Sprinter vorne abzuliefern und der Sprint lief komplett ohne unser Team ab. Die Enttäuschung bei der abendlichen EF Grillparty in Bellettis Vorgarten war allen Teammitgliedern anzusehen. Nach dem Mannschaftszeitfahren und zwei schweren Etappen stand auf der Etappe nach Crevalcore wieder ein Massensprint an. Belletti fühlte sich super stark an diesem Tag. Man merkte im Feld, dass Groenwegen große Angst hatte, Belletti könne ihn an dem Tag schlagen. Team Jumbo stellte plötzlich ihre Taktik um, man wollte lieber der Ausreißer Gruppe um Stefan Küng den Sieg überlassen, als das Rennen im Massensprint zu entscheiden. Unser Team war mit 5 Mann leider zu schwach aufgestellt. Steve Cummings und Alex Howes versuchten alles, um die Fluchtgruppe einzuholen, aber wir waren chancenlos.Im Sprint der Geschlagenen trat Belletti kurz an und rollte locker demonstrativ neben Dylan Groenwegen ins Ziel. Wäre es hier um den Sieg gegangen, hätte er ihn ganz bestimmt geschlagen.

Auf der letzten Etappe zeigte Belletti nochmal was er kann. Er sorgte im Feld immer wieder für Tempoverschärfungen und bereitete so zusammen mit den anderen Teamkollegen eine Attacke von Tanel Kangert vor. Der Este konnte am letzten Anstieg, sowie der Abfahrt alle Konkurrenten abschütteln und einen überlegenen Etappensieg einfahren. Dylan Groenewegen blieb erneut nur der Sieg im Sprint der Geschlagenen. Tanel Kangert sicherte damit seinen fünften Gesamtrang und stellt Ansprüche auf die Leaderrolle beim Giro d'Italia, den er in den letzten drei Jahren jeweils unter den besten 10 beenden konnte.

Wie es mit der Zukunft von Manuel Belletti weitergeht, wurde noch nicht kommuniziert. Vielleicht gibt ihm das Team noch eine Chance. Wir werden darüber berichten!

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Beitrag von Dani » 06.04.2019, 21:08

17. Etappe: Flandern - Van Avermaet siegt erstmalig bei E3 Preis

Greg Van Avermaet hat zum ersten mal in seiner Karriere den E3 Preis in Harelbeke gewonnen. Der Sieg kam sehr unerwartet. Greg war sehr früh im Rennen bereits isoliert und man rechnete mit keinem Sieg. Seine Fitness war auch noch nicht auf dem Höhepunkt, dieser soll erst beim Highlight des Jahres, der Flandernrundfahrt am morgigen Sonntag erreicht werden. Das Finale bestimmte vor allem das Team Astana mit Attacken von van Baarle und Terpstra. Am letzten Anstieg, dem Tiegemberg bzw. Vossenhol bereite das Team Jumbo eine Attacke ihres Kapitäns Wout van Aert vor. Greg folgte dieser Attacke, und es bildete sich eine kleine Verfolgergruppe hinter dem Solisten van Barale, der zu dem Zeitpunkt noch an der Spitze lag. In dem Moment, wo die Gruppe wieder gestellt wurde, griff Van Avermaet erneut an. "Es geht hier nur um den Sieg und im Sprint habe ich keine Chance, entweder ich komme durch, oder es gewinnt jemand anders."

Van Avermaet überholte van Baarle und lag 6km vor dem Ziel mit 30 Sekunden vor der Verfolgergruppe. Als er sich umschaute, erblickte er den schlimmsten Albtraum eines jedes Radsportlers, den Lotto Soudal Zug. Mit letzter Kraft gab Greg nochmal alles und trat an, doch der Vorsprung fiel bis zur 4km Marke auf 20 Sekunden. "4km vor dem Ziel war ich völlig leer und hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass sie mich vor dem Ziel einholen", doch dann wuchs der Vorsprung bis zur 3 km Marke wieder auf 40 Sekunden an. Im kurvigen Finale konnte Greg seine Verfolger nicht sehen und war immer noch alleine vorne, als er auf die Ziellinie bog. Ganze 15 Sekunden Vorsprung hatte er im Ziel noch auf seine Verfolger. Nach dem Sieg beim E3 Preis fehlt Greg Van Avermaet jetzt nur noch der Omloop Het Nieuwsblad in seiner Sammlung.

Als nächstes stand Gent Wevelgem auf dem Programm. Das Rennen, das Greg Van Avermaet in den letzten zwei Jahren überlegen als Solist gewonnen hat. Vor zwei Jahren hatte er eine unglaubliche Form und war wirklich unschlagbar. Letztes Jahr ist er einfach wieder die selbe Taktik gefahren: Er greift nach dem letzten Kemmelberg an und alle haben sich hinter ihm angeschaut und es gab ein erfolgreiches 30km Solo. Im Vergleich zum E3 Preis machte das Team bei diesem Rennen einen ausgezeichneten Job. Sie waren immer vorne präsent und Greg war immer großartig positioniert. Doch nach der Hälfte des Rennens merkte er, dass er an diesem Tag eine miserable Form hatte. Trotzdem hielt er an seine altbekannten Taktik fest und lancierte eine Attacke nach der letzten Kemmelberg Passage. "Das Feld kommt dann immer von den kleinen Straßen zurück auf die Große und muss sich erst mal neu organisieren, oft zerfällt alles in viele kleine Gruppen und alle schauen sich an." Doch in diesem Jahr setzten direkt einige Fahrer nach und machten sich auf die Verfolgung von Van Avermaet. "Ich hab alles gegeben, um alleine wegzukommen, doch die anderen waren einfach stärker. Vor allem Oli war super drauf, ich hatte Probleme sein Hinterrad zu halten". Greg wurde weiter durchgereicht und kam am Ende mit der größeren Verfolgergruppe als Zehnter ins Ziel. "Meine Leistung und das Ergebnis waren natürlich enttäuschend. Aber lieber heute einen schlechten Tag als nächsten Sonntag."

Auch bei Quer durch Flandern sprang für den Vorjahressieger Greg Van Avermaet in Waregem ein 10. Platz heraus. Das Rennen lief aber völlig anders. Das Team EF Education First machte erneut einen starken Job. Da das Rennen mit nicht sehr vielen schweren KSP Hellingen gespickt ist, sorgte Alberto Bettiol bereits an Taaienberg, etwa 50km vor dem Ziel für eine Tempoverschärfung, der nur Greg Van Avermaet folgen konnte. "Das war so gar nicht geplant, wir wollten nur mal antesten, wie gut die Beine der Konkurrenten sind", so Bettiol, "aber als wir vorne waren, haben wir natürlich durchgezogen. Ich konnte Greg noch gut 10km unterstützen, aber dann war der Ofen aus!" Greg startete dann ein langes Solo, wurde aber etwa 15km vor dem Ziel von einer Verfolgergruppe um Peter Sagan gestellt. Die Gruppe wurde allerdings etwa 4km vor dem Ziel von dem großen Feld geschluckt. Trotz des langen Solos schauten die Konkurrenten dann nur auf Greg Van Avermaet und Peter Sagan konnte dem Feld entwischen. "Der Zehnte Platz ist natürlich kein gutes Ergebnis", so Van Avermaet, "Aber das war ein guter Härtetest vor dem großen Rennen am Sonntag. Ich bin auf jeden Fall bereit. Die Rennen haben gezeigt, dass Peter wohl mein größter Konkurrent wird, ich werde ihm am Sonntag im Auge behalten müssen."

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 16.04.2019, 20:07

18. Etappe: Oudenaarde/Roubaix - Der unschlagbare Peter Sagan

Wie angekündigt wurde Peter Sagan zum großen Gegner bei den KSP Monumenten für Greg Van Avermaet. Am Samstag starteten alle Team zusammen eine Testfahrt über die ersten 135 km der Ronde, die das Team Dimension Data unsanft beendete. Am Sonntag ging es dann richtig zur Sache. Das Tempo war zu Beginn richtig hoch und bereits an der Muur ging es richtig zur Sache. Danach rollte aber alles wieder zusammen. Das Peloton wurde nach und nach ausgedünnt, bis sich am Taaienberg alle Favoriten absetzen konnten. Greg Van Avermaet war mit in dieser Gruppe. Sein Edelhelfer Adrien Petit wurde zunächst abgehängt, aber kämpfte sich alleine wieder nach vorne und konnte Greg perfekt am Fuß der Kwaremont vorne positionieren. Im oberen Bereich attackierte Greg und konnte sich von den anderen absetzen. Doch am Paterberg fuhr Peter Sagan die Lücke wieder zu. Natürlich wer auch sonst als der Slowake. Nach dem Paterberg attackierte Greg erneut, doch Sagan konnte erneut aufschließen. Am heutigen Tag war es wohl unmöglich ohne Peter Sagan nach Oudenaarde zu kommen. Greg versuchte den Sprint von Sagans Hinterrad zu fahren und den Windschatten zu seinem Vorteil zu nutzen, doch als Sagen den Sprint anzog konnte Greg ihm nicht folgen. Ein zweiter Platz war an diesem Sonntag das Maximum für unser Team.

Am Sonntag danach stand die Hölle des Nordens an: Paris Roubaix. Unser Team war nicht gerade mit Glück gesegnet. Auf dem Vier Sterne Sektor Auchy-lez-Orchies hatte Adrien Petit eine Reifenpanne und konnte danach nicht mehr zur Favoritengruppe aufschließen. Kurz danach erwischte es Koen de Kort, der im Fünf Sterne Sektor Mons-en-Pévèle schwer zu Fall kam, das Rennen aber zum Glück fortsetzen konnte. Somit war nur noch Lars Ytting Bak bei Van Avermaet. Doch dann passierte es. In Sektor 9 war der Kapitän von einer Reifenpanne betroffen. Auf Grund der vielen Fahrern hinter der Gruppe musste er fast 2 Minuten auf das Teamfahrzeug warten, bis er depanniert werden konnte. Greg musste dann kurz für 5 Sekunden in den gelben Bereich gehen, um die Lücke wieder zuzufahren. Anschließend musste er zwei mal kurz durchatmen, dann war der Schrecken wieder vorbei und er konnte sich voll auf das Etappenfinale konzentrieren.

Nach dem Drei Sterne Abschnitt Bourghelles à Wannehain setzte Zdenek Stybar eine Attacke, doch Peter Sagen konterte sofort. Greg Van Avermaet sprang sofort an sein Hinterrad und alles lief wieder zusammen. Dann folgte Sektor 5 Camphin-en-Pévèle, wo Greg Van Avermaet das Tempo verschärfte. Nach dem Abschnitt konnte er sich von allen absetzen und ging als Solist in den letzten Fünf Sterne Sektor Carrefour de l’Arbre. Peter Sagan machte sich auf die Verfolgung, aber konnte die Lücke nicht schließen. Gregs Vorsprung wuchs auf 20 Sekunden an. Auch auf den letzten beiden Abschnitten kam Peter Sagan nicht näher. Als es in Roubaix über den letzten obligatorischen Abschnitt, dem Espace Charles Crupelandt ging, betrug sein Vorsprung 30 Sekunden. Das musste doch der Sieg sein. Greg Van Avermaet bog als Solist ins Velodrome von Roubaix ein und plötzlich klebte zum Erstaunen aller Zuschauer Peter Sagan an seinem Hinterrad. Wo kam der her? Doch Greg ließ sich nicht verunsichern. Er kannte diese Bahn und ihre Tücken. Schon oft konnte er hier nicht überholen und wurde vom Vordermann einfach geblockt. Er fuhr seine Ellenbogen aus und wollte ihn einfach nicht vorbei lassen. Die Glocke ertönte und Greg führte das Rennen immer noch an. Auch auf der Gegengeraden war er noch vorne. Dann ging es durch die letzte Kurve. Wollte Peter Sagan nicht sprinten, oder konnte er nicht. Sie bogen auf die Zielgerade als Peter Sagen plötzlich wie ein Blitz mitten durch Greg hindurch raste und mit vier Radlängen Vorsprung gewann. Unglaublich. Peter Sagan beendet damit Paris Roubaix zum ersten mal auf dem Podium und nimmt gleich den Pflasterstein mit nach Hause.

Dieses Erlebnis muss Greg Van Avermaet erstmal sacken lassen und wird nicht, wie im Vorjahr an den Ardennenklassikern teilnehmen. Er nimmt sich eine Ruhepause, bevor er bei der Kalifornien Rundfahrt wieder in den Rennbetrieb einsteigen wird, um sich auf das große Saisonhighlight, die Tour de France vorzubereiten. Die Tour beginnt dieses Jahr in Belgien und führt über die Mauer von Geraardsbergen. Greg Van Avermaet möchte an diesem Tag das gelbe Trikot übernehmen.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 17.04.2019, 18:30

19. Etappe: Istanbul - Mollema ist erstmalig Kapitän

Bei der diesjähriges Türkeirundfahrt wird Bauke Mollema erstmalig die Kapitänsrolle im Team EF Education First übernehmen. "Es ist mir ein besonderes Anliegen bei diesem Rennen dabei zu sein", so der Holländer "ich will meinem alten Manager bei seinem Heimrennen so richtig in die Suppe spucken. Mit diesem Yates werde ich schon fertig!" Das Team Sky entschied sich damals lieber für das viele Geld, als Mollema weiter im Team zu behalten. Seitdem schwimmt Manager Hakan im Geld. Angeblich haben sie heute das komplette Team Deceuninck Quick Step mit neuen Trikots ausgestattet, um sie im Kampf gegen Lotto Soudal zu unterstützen.

Die Teamleitung glaubt allerdings nicht, dass das Mollema gelingen wird, der sich noch im Formaufbau für den Giro befindet und zuletzt bei der Katalonienrundfahrt chancenlos im Kampf um das Bergtrikot war. "Im Tippspiel werde ich auf Yates setzen", so Manager Dani.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 05.05.2019, 17:28

20. Etappe: Südtirol - Kangert siegt erneut

Nach seinem Etappensieg bei der Settimana Coppi e Bartali konnte Tanel Kangert auch bei der Tour of the Alps einen Etappensieg feiern. Der Este gewann das Teilstück nach Cles und konnte am Ende in der Gesamtwertung den Dritten Platz erreichen. Das kam für alle sehr überraschend, denn laut der Teamführung ist seine Fitness längst noch nicht beim Maximum angelangt. Trotzdem hatte er jeden Tag eine ausgezeichnete Form und konnte beim Apenninen Klassiker den Dritten Platz erreichen. "Ich bin jedes Jahr der Giro Kapitän und möchte auch dieses Jahr in die Top 10 fahren", so der Este "gerade in Italien fühle ich mich immer besonders stark und der Giro liegt mir dieses Jahr sehr gut."

Doch hat das Team EF Education First überhaupt die Kapazitäten, um auf die Gesamtwertung zu fahren? Vor der Saison wurde angekündigt, dass man bei keiner Grand Tour um die Gesamtwertung fahren wolle. Gerade beim Giro wolle man groß auftrumpfen und es wurde extra ein italienischer Sprintzug aufgebaut. Doch von Topsprinter Sacha Modolo hat man nach einem ordentlichen Saisonstart nicht mehr viel gesehen. Ist er überhaupt in der Lage, um Etappensiege zu kämpfen? Dazu die Unstimmigkeiten mit dem Anfahrer Belletti in den letzten Wochen. Der zu dem zur Zeit deutlich besser drauf zu sein scheint als Modolo.

Das Hauptziel soll ja das Bergtrikot mit Bauke Mollema sein. Würde Mollema für Kangert arbeiten oder umgekehrt? Im Gegensatz zu Kangert konnte Mollema in den letzten Wochen nicht überzeugen. Bei der Türkei Rundfahrt krönte er sich selbst zu Kapitän und zeigte auch mit einem zweiten Platz auf der zweiten Etappe eine gute Leistung. Doch vor der Königsetappe war er zu aufgeregt und tat in der Nacht kein Auge zu. Am nächsten Tag war seine Form grauenhaft und so konnte er nur einen Neunten Platz erreichen.

Wir sind alle gespannt, was das Team EF Education First beim Giro in diesem Jahr zeigen wird. Hier das vorläufige Giro Aufgebot:

Bauke Mollema
Sacha Modolo
Tanel Kangert
Daniel Moreno
Manuel Belletti
Daniele Bennati
Tsgabu Grmay
Svein Tuft

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 05.05.2019, 18:15

21. Etappe: Ardennen - Alles gewagt, nichts gewonnen

Die Ardennen Klassiker standen in diesem Jahr im besonderen Fokus unseres Teams. Es sollte das absolute Saison Highlight von Michael Woods werden, der im Weltmeister Trikot natürlich noch ma extra Aufmerksamkeit bekam. Von den Ergebnissen war es aber bis auf dem Dritten Platz beim Fleche Wallone kein Erfolg. Manche sprachen auch vom Fluch des Regenbogens. Doch alles der Reihe nach:


Amstel Gold Race:

Vor dem Start wurde diskutiert, ob man das Rennen nicht lieber in das Valgren Gold Race umbenennen solle. Die meisten Manager beglückwünschten dem Team Lotto Soudal bereits in Maastricht zum Sieg. Viele hatten bei einem zwielichtigen Wettanbieter den Namen Valgren genannt und erhofften sich Hohe vierstellige Summen. Das Tempo auf der ersten zweieinhalb Schleifen durch Limburg verliefen reicht ruhig. Niemand wollte Michael Valgren ins Schwitzen bringen. Doch nicht mit uns. Am Gulpenberg etwa 43 km vor dem Ziel ging das gesamte Team EF ins Tempo und schaffte es zunächst viele Favoriten, unter anderen auch Valgren abzuhängen. Das Tempo bleib hoch über den Kruisberg und Eyserbosweg. Doch bis zum Keutenberg, konnten eigentlich alle Favoriten wieder aufschließen. aber das hat weh getan. Als wir in der Abfahrt zum letzten Cauberg aus dem Tempo gingen, wollte niemand die Führung übernehmen. Der Cauberg selbst wurde auch in angemessenen Valgren Tempo gefahren. Dann wurde es Michael Woods zu bunt. Am Geulhemmer Berg attackierte der Weltmeister, doch die anderen Teams fuhren für Valgren die Lücke wieder zu. Dann stand auch schon der letzte Anstieg an. Am Bemelerberg versuchte es Woods erneut. Diesmal konnte er eine Lücke von knapp 20 Sekunden herausfahren. Doch dann startete der gefürchtete Lotto Soudal Express und fuhr die Lücke in wenigen Metern wieder zu. Michael Valgren setzte zum Endspurt an und gewann überlegen den Sprint und alle jubelten.

Michael Woods wurde am Ende nur 13. aber lieber alles gegeben und nur 13., als nichts versucht und zweiter im Sprint geschlagen zu werden. Das Team hat super gearbeitet und man ist gespannt auf Mittwoch.


Fleche Wallone:

Der Fleche ist eigentlich das einfachste Rennen der Ardennenklassiker. Es wird immer am Schlussanstieg, der steilen Mur de Huy entschieden. Das Team gab alles um den Weltmeister an vorderster Position am Fuße der Mur zu platzieren. Das gelang großartig. Dann startete völlig überraschend der Amstel Sieger Valgren eine Attacke im unteren flachen Abschnitt. Woods entschied sich mitzugehen und setzte einen Konter. Ein Fehler. Nach dem steilen Abschnitt waren beide platt und im oberen Flachen bereich zogen Valverde und Alaphilippe noch vorbei. Woods wurde am Ende nur Dritter. Trotzdem ein starkes Ergebnis. Alaphilippe war mega stark, den hätte Woods an diesem Tag sowieso nicht schlagen können. Das Team hat wieder einen super Job gemacht.


Lüttich Bastogne Lüttich:

Die Doyenne ist das Highlight der Ardennen Woche. Alle Teams waren super fokussiert und das Tempo wurde früh hochgehalten. Alle hatten gute Streckenkenntnis und das Team EF konnte niemanden mit Tempoverschärfungen überraschen. So kam es oft vor, dass der Weltmeister selbst schlecht platziert war und Körner lassen musste. Doch trotzdem machte das Team wieder einen Super Job. Als Alaphilippe und Teuns attackierten, waren mit Bettiol und Mollema noch zwei Helfer bei Woods. Beide versuchten alles, um die Lücke wieder zu schließen, aber vergebens. Auch Kwiatkowski und Valverde, der nach Hälfte der Etappe von einem Bienenschwarm attackiert wurde, setzten sich noch ab. Doch das Rennen war noch nicht vorbei. An der Roche aux Faucons wollte Woods seine Attacke setzen, doch er war wieder nicht gut positioniert und dazu am Hinterrad von Majka, der keinen Platz machen wollte. So brauchte Woods quasi den ganzen Ansieg, um sich wieder an die Spitze der Gruppe zu kämpfen. Als er endlich seine Attacke setzte, war es schon zu spät, es wurde flacher und dann kam er auch schon: Der Lotto Soudal Express. Diesmal wollte Valgren seinem treuen Helfer Felline etwas zurückzahlen und ihn zum Sieg fahren. Mit einem Affenzahn schossen sie an Woods vorbei, der fast vom Rad fiel. Danach waren die beiden nie mehr gesehen. Unglaublich! Woods fiel wieder in die Verfolgergruppe zurück. Im Sprint erreichte er am Ende wieder einen enttäuschenden 13. Platz. Alaphilippe gewann das Rennen vor Felline und Valverde.

Auch wenn das Team großartig funktioniert hat, gab es für Woods nicht viel zu holen. Dieses Jahr konnte Woods noch keinen Sieg feiern, ist das der Fluch des Regenbogentrikots? Der Weltmeister geht erst mal in eine Rennpause, bevor er sich bei der Tour de Suisse auf die Tour de France vorbereiten will. Woods wird ohne große Ambitionen an den Start gehen, doch der Sponsor will das Trikot beim größten Rennen präsentieren.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 18.05.2019, 16:21

22. Etappe: Dünkirchen - Der unschlagbare Sagan - Teil 2

Herzlich Willkommen zur Berichterstattung der Vier Tage von Dünkirchen. Lassen Sie sich durch den irreführenden Namen nicht verwirren. Dieses Radrennen wird auf 6 Etappen an 6 Tagen ausgetragen. In diesem Jahr steht die Creme de la Creme der Nordklassiker Szene am Start. Neben Seriensieger Peter Sagen sind namhafte Fahrer wie Jasper Stuyven, Oli Naesen und Sep Vanmarcke am Start. Zahlreiche belgische und niederländische Cross Fans sind angereist um dem großen Duell zwischen Wout van Aert und Mathieu van der Poel beizuwohnen. Letzterer startet im Team des Vorjahressiegers Michael Valgren. Für die fünf zu erwarteten Massensprints sind neben Sagan auch Topsprinter wie Arnaud Demare, Nacer Bouhanni, Bryan Coquard und Marcel Kittel am Start.

Das Team EF Education First steht ohne große Namen am Start. Greg Van Avermaet bleibt nach seiner schmerzhaften Niederlage gegen das Lotto Soudal Duo im letzten Jahr fern, und tritt bei der parallel stattfindenden Kalifornien Rundfahrt an. Der letztjährige achtplatzierte Dion Smith sollte in diesem Jahr die Kapitänsrolle übernehmen, unterstützt von Samuel Dumoulin und Adrien Petit. Doch es kam alles anders. Bereits auf der ersten Etappe kam Dion Smith zu Fall und verletzte sich am Handgelenk. Glücklicherweise konnte er das Rennen aber fortsetzen. Alex Howes ging in die Ausreißergruppe, um bei den Bergsprints auf Punktejagd zu gehen. Es schien als wäre das die einzige Möglichkeit für das Team EF Education First bei diesem Rennen in Erscheinung zu treten. Doch nach drei enttäuschenden Sprintetappen nahmen sich die Fahrer in den pinken Trikots ein Herz und gingen in voller Mannschaftsstärke ins Finale. Der Sprintzug leistete hervorragende Arbeit und Samuel Dumoulin konnte den dritten Etappenrang ersprinten. Ein großer Erfolg auf Grund des starken Fahrerfeldes.

Dann stand die Königsetappe rund um den Casselberg an. Alex Howes ging erneut in die Fluchtgruppe und konnte wichtige Punkte im Kampf um das gepunktete Trikot ersprinten. Am Ende sollte es aber nur für den zweiten Platz in der Wertung hinter Sven Erik Byström reichen. Das Hauptfeld wurde bei jeder, der insgesamt neun Casselberg Überquerungen verkleinert. Als die kleine Gruppe die Ausreißer um Alex Howes einholte, waren alle sieben Fahrer des Teams EF Education First noch in der etwa 30 Mann großen Gruppe dabei. Doch kann man aus dieser Überzahl einen Vorteil ziehen? Alex Howes belieferte seine Teamkollegen noch einmal mit frischen Trinkflaschen, bevor er sich zurückfallen ließ. Inzwischen hatte der Däne Matti Breschel vom Team Katusha Alpecin eine Attacke gestartet und das Duo Wout van Aert/Oli Naesen war auf der Verfolgung. Doch das Tempo machte keinerlei Anstalten die drei Ausreißer zurückzuholen. Jetzt musste das Team EF Education First in Erscheinung treten. Beim nächsten Casselberg sorgte Adrien Petit für eine Tempoverschärfung und fuhr die Lücke zu den Ausreißern recht schnell zu. Das Quartett ging gemeinsam in die letzte Runde.

Jetzt wachte endlich das Peloton auf. Lotto Soudal erhöhte die Trittfrequenz, denn Michael Valgren sollte der Topfavorit für eine solche Etappenankunft sein. Am Fuße des letzten Anstiegs zum Casselberg erreichten van der Poel und Valgren die Ausreißergruppe. Als sich Wout van Aert umblickte und seinem Erzfeind van der Poel in die Augen blickte, setzte er sofort eine Tempoverschärfung. Adrien Petit rollte erstmal locker hinterher und merkte schnell, dass er Van Aert näher kam. Aber auch das Lotto Soudal Duo konnte wieder aufschließen. Van der Poel und van Aert schauten sich länger in die Augen. Dann setzte Adrien Petit alles auf eine Karte, er trat an. Michael Valgren konnte als einziger reagieren, die Crosser waren geschlagen. Doch der Topfavorit konnte dem Franzosen nicht folgen. Adrien Petit gewann überlegen die Bergankunft am Casselberg und feierte seinen ersten Saisonsieg!

Somit ging Petit als Führender der Gesamtwertung in das letzte Teilstück nach Dünkirchen. Peter Sagan und Michael Valgren waren mit 7 und 8 Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz. Auf der Etappe gab es drei Zwischensprints, wo man je 3 Sekunden Zeitbonifikationen gewinnen konnte. Gerade Michael Valgren ist bekannt dafür auf Zwischensprints zu setzen. Das Team EF Education First wollte ein Alibi Tempo anschlagen. Fünf Fahrer sollten in die Tempoarbeit gehen, aber, obwohl alle 60 Prozent ihrer Kraft investierten konnten sie nicht die Spitze des Feldes erreichen. Zahlreiche sogenannte Punktfahrer und Beschützer kamen ihnen immer wieder in die Quere. Trotzdem schafften es die Ausreißer den ersten Sprint zu erreichen. Vor dem zweiten Sprint wurden sie allerdings gestellt und da es auch noch Zeitbonifikationen auf der Ziellinie geben sollte, war die Gefahr noch nicht gebannt. So sprintete Adrien Petit selbst um die Bonifikationen, um das Führungstrikot zu verteidigen und konnte zwei Sekunden gewinnen.

Im Zielsprint wurde lange taktiert, bis der kleine Franzose Clement Venturini vom Team Movistar den Sprint eröffnete, er zog an der linken Straßenseite an allen anderen vorbei und sah schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann startete Peter Sagan seinen Sprint. Venturini schaute sich um und fuhr eine Welle zur linken Seite, um Peter Sagan aufzuhalten. Der Franzose ist bekannt für solche riskanten aggressiven Manöver auf den letzten 100 Metern. Schon oft wurde darüber diskutiert solch ein Verhalten zu bestrafen, doch die Regel sagt klar, wer als erstes am Zielstrich ist hat gewonnen. Doch kein Problem für Peter Sagan: Mit einem Bunnyhop sprang er einfach über den nur 1,65m großen Franzosen herüber und gewann en Zielsprint in überlegener Manier. Durch die 10 Sekunden Zeitbonus im Ziel konnte Sagen auch die Gesamtwertung gewinnen und entriss Adrien Petit das Führungstrikot denkbar knapp. Wie schon die ganze Saison ist Peter Sagan einfach unschlagbar. Das war bereits der elfte Saisonsieg des Slowaken, zwei mehr als das ganze Team EF Education First zusammen. Trotzdem war das eine sehr erfolgreiche Rundfahrt für die pinken Fahrer, neben den zweiten Plätzen in Gesamt- und Bergwertung und dem Etappensieg, konnte auch die Mannschaftswertung gewonnen werden.

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Beitrag von Dani » 20.06.2019, 15:41

23. Etappe: Kalifornien - Goldrausch im Golden State

Ohne große Ambitionen gingen wir in einzige amerikanische World Tour Rundfahrt, doch letztendlich sollte es die erfolgreichste Rundfahrt des Jahres für uns werden. Zumindest aus finanzieller Sicht. Aufgrund einer Fehlprogrammierung der künstlichen Intelligenz, die das Teamfahrzeug des Teams AG2R La Mondiale steuerte, wurden die Fahrer nicht in die Ausreißergruppen geschickt, um die Bergwertung zu dominieren. So schlug die große Stunde von Toms Skujins, der auf der zweiten Etappe das Bergtrikot erobern konnte und es bis zum Ende nicht mehr hergab. Ganze 140.000 Euro brachte das Trikot in die Teamkassen, soviel wie wir normalerweise in etwa bei einer ganzen Rundfahrt einnehmen. Neben unserem Stammplatz in der Gesamtwertung, dem 11. konnten wir auch einen wichtigen Erfolg verbuchen. Auf der Schlussetappe nach Pasadena wurden alle Sprinter abgehängt und das Team konnte den Sprint perfekt für Greg Van Avermaet vorbereiten. Unser Kapitän konnte den 10. Sieg für unser Team in dieser Saison erreichen und machte die Kalifornien Rundfahrt zu einem rundum gelungenen Heimspiel.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 20.06.2019, 16:28

24. Etappe: Giro d'Italia - Radsport ist Teamsport

Die Fahrer des Team EF Education First stellten bei der ersten großen Landesrundfahrt des Jahres eindrucksvoll unter Beweis, dass Radsport in erster Linie Teamsport ist. Die Rundfahrt verlief etwas anders als gedacht. Der Kapitän Bauke Mollema ging mit großen Zielen in die Rundfahrt: Er wolle der kämpferischste Fahrer der Rundfahrt werden, eine Etappe gewinnen und vielleicht mit um das Bergtrikot kämpfen. Letzteres konnte er bereits auf der ersten Etappen erobern, wenn auch nur stellvertretend für Primoz Roglic. Denn Bauke Mollema erreichte einen starken dritten Platz im Auftaktzeitfahren in Bologna. Dies ergab uns ganz neue Möglichkeiten. Bauke war nun in der Gesamtwertung hervorragend platziert und die ersten Etappen hatten keine wirklichen Berge. Vielleicht könnten wir einen Tag das Rosa Trikot übernehmen? Doch leider fühlte sich Mollema an keinem Tag wirklich gut, dass er hätte angreifen können. Doch das hieß nicht, dass wir den ersten Etappen der Rundfahrt nicht unseren Stempel aufdrucken konnten: Svein Tuft, Tsgabu Grmay, Dani Moreno und Daniele Bennati gingen abwechselnd in die Fluchtgruppen und konnten oft lange um Etappensiege kämpfen. Altmeister Daniele Bennati war einmal sogar lange Zeit im virtuellen Rosa Trikot, verpasste es aber leider knapp. Auch bei den Massensprints sorgte unser italienische Zug um Bennati, Belletti und Modolo immer wieder für gute Platzierungen.

Bis zum zweiten Zeitfahren war das Rosa Trikot in Schlagdistanz. Das Zeitfahren sollte Bauke Mollema eigentlich liegen, doch er erwischte mal wieder eine miserable Tagesform. Der Traum von Rosa war damit geplatzt, nun sollte aber unbedingt ein Etappensieg her. Am ersten richtigen Berg der Rundfahrt dem Montoso versuchte Mollema sein Glück, doch das Rosa Trikot Wilco Kelderman wollte ihn nicht weglassen und setzte nach. Auf der Abfahrt konnten auch andere wieder aufschließen. Doch kein Problem am nächsten Tag folgte wieder eine Bergetappe. Das Tempo war zu Beginn sehr hoch und keine Gruppe wurde fahren gelassen. Als zur Hälfte der Etappe das Tempo etwas rausging wollte Mollema gerade attckieren, als ihm Primoz Roglic zuvorkam. Der Slowene legte eine grandiose Flucht hin und konnte sich sein Rosa Trikot zurückerobern.

Am Tag danach ging es durch das Aostatal in Richtung Mont Blanc Massiv. Bereits am ersten Anstieg attackierte Bauke Mollema, doch das Tempo war wieder enorm hoch an diesem Tag. Vor allem das Team Lotto Soudal sorgte dafür, dass der Vorsprung von Mollema nie über eine Minute anwuchs. Bereits vor dem letzten Anstieg wurde er wieder gestellt und rollte mit hängendem Kopf in Richtung Ziel. Doch würde er jetzt aufgeben? Nein, nicht Bauke Mollema. Am nächsten Tag ging es nach Como und im Finale folgte er einer Attacke der Yates Zwillinge. Das Trio erreichte gemeinsam den letzten Ansteig, doch auch heute wurde Mollema erneut gestellt.

Dann ging es ins Biathlon Mekka Antholz. Heute sollte es endlich klappen. Neben Mollema gingen auch Moreno und Grmay mit in die Ausreißergruppe. Beide gaben alles und unterstützten ihren Kapitän perfekt bis an den Fuße des Schlussanstiegs. Mitchelton Scott wollte Bauke Mollema an diesem Tag auf keinen Fall den Sieg überlassen und sorgten für ein Höllentempo. Doch am Ende blieben wenige Sekunden Vorsprung und Bauke Mollema konnte jubelnd ins Ziel fahren. Eine großartige Teamleistung. Doch auch abseits der Kamera hielt das Team zusammen. Nachdem Manuel Belletti an einem ganz schlechten Tag den Giro beenden musste. Opferten sich Svein Tuft und Daniele Bennati Etappe für Etappe auf, um den verbleibenden Sprinter Sacha Modolo über die Berge zu bekommen. Nachdem viele Sprinter schon zu Hause waren, konnte Modolo noch einen zweiten Etappenplatz erreichen, der ohne die Hilfe seiner Teamkollegen unmöglich gewesen wäre.

Völlig verdient gewann das Team EF Education First am Ende der Rundfahrt die Teamwertung mit über 40 Minuten Vorsprung. Darauf hätte vor der Rundfahrt niemand gewettet.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 20.06.2019, 16:49

25. Etappe: Gippingen - Die Auferstehung des Rein Taaramäe

Vor über Zehn Jahren kam der junge Este Rein Taaramäe in unser Team und konnte früh in seiner Karriere für Furore sorgen. Er war für lange überlegene Solo Siege bekannt, so gewann er z.B. Eine Etappe bei der Vuelta 2011. Doch in den letzten Jahren war es um den Esten still geworden. Seine schwere Asthma Erkrankung machte ihm immer wieder zu schaffen und er hatte oft nur die Helferrolle. Doch letzte Woche beim Großen Preis des Kanton Aargau in Gippingen in der Schweiz war die lange Durststrecke zu Ende. In der Vorletzten Ronde setzte sich der Este vom Feld ab und konnte zur Ausreißergruppe um Bob Jungels aufschließen. im letzten Anstieg konnte er Jungels abschütteln und knapp vor dem heransrauschenden Feld seinen ersten Sieg seit über 6 Jahren feiern.

Taaramäe geht nun mit großen Selbstbewusstsein in die Tour de Suisse, wo er unser Kapitän sein wird. Wenn wir mehr in der Gesamtwertung als unseren angestammten elften Platz erreichen, wäre es ein großer Erfolg für das Team. Taaramäe wird nach der Tour de Suisse auch die Österreich Rundfahrt fahren, bevor er sich auf die Vuelta vorbereiten wird.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 26.06.2019, 21:06

26. Etappe: ZLM Toer - Van Avermaet sagt Start ab

Greg Van Avermaet wird nicht wie geplant nächstes Wochenende bei der ZLM Toer in den Niederlanden an den Start gehen. Der Belgier hat zusammen mit der Teamleitung entschieden, dass eine Rennpause nach seinem schweren Sturz bei der Belgien Rundfahrt sinnvoller wäre. Der Tour de France Start soll aber nicht in Gefahr sein. "ich werde vielleicht nicht in Topform an den Start gehen, aber trotzdem werde ich alles geben um das gelbe Trikot zu erobern."

Greg Van Avermaet stürzte auf der vorletzten Etappe seiner Heimrundfahrt im roten Leadertrikot bei Brückenpassage und zog sich mehrere Prellungen und Abschürfungen zu. Das Führungstrikot konnte er auf der zweiten Etappe nach Zottegem erobern und im Zeitfahren verteidigen. Die zweite Etappe durch die flämischen Ardennen galt als Generalprobe für den Tourauftakt. An der Mauer von Geraardsbergen sorgte das Team EF Education First für eine Tempoverschärfung, nach der fast nur noch EF Fahrer in der ersten Gruppe übrig blieben. Die Gruppe wurde Fahrer um Fahrer dezimiert, bis Greg Van Avermaet am Ende als Solist das Ziel erreichen konnte. Doch bei der Tour sollte es schwerer werden. Die Muur steht da nicht 50 sondern 150 km vor dem Ziel auf dem Programm. Trotzdem ist das Team zuversichtlich, dass ihr Kapitän in gelb ins Mannschaftszeitfahren gehen kann. "Die Etappe ist alles andere als flach. Selbst in einem Massensprint auf der ansteigenden Zielgeraden in Brüssel könnte Greg um den Sieg sprinten", so die Teamleitung.

Ihm sollte zugutekommen, dass Seriensieger Peter Sagan dieses Jahr auf die Tour verzichten wird. Der Slowake soll ich voll auf die Qinghai Lake Rundfahrt konzentriert haben. Doch die Ankündigung der Veranstalters, dass sowohl ein Einzel- als auch ein Teamzeitfahren durchgeführt werden soll, sorgte beim Team Quickstep für Bauchschmerzen, da die Fitness von Peter Sagan wohl nicht mehr als 87 betragen werde, womit er vermutlich aus dem Zeitlimit fällt.

Das Team EF Education First wird für die ZLM Toer keinen Ersatzfahrer nominieren, somit werden nur 6 pinke Trikots am Start stehen. "Ohne Greg haben wir keinen Kapitän am Start, das Team wird sich voll auf die Ausreißergruppen konzentrieren müssen".

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 13.07.2019, 13:42

27. Etappe: Brüssel - Teampräsentation Tour de France

Morgen beginnt die Tour de France in Brüssel. Folgende Acht Fahrer werden für das Team EF Education First auf Etappenjagd gehen:

Greg Van Avermaet: Kapitän, Sprinter, Etappenjäger
Bauke Mollema: Etappenjäger
Michael Woods: Weltmeister, Etappenjäger
Dani Martinez: Nachwuchswertung
Pierre Rolland: Bergwertung, Etappenjäger
Steve Cummings: Helfer, Etappenjäger
Daniele Bennati: Helfer, Sprintanfahrer
Svein Tuft: Helfer


Ziele:

X Etappensiege
Top3 Nachwuchswertung
Top3 Bergwertung
jeden Tag rote Rückennummer

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » 31.08.2019, 13:52

28. Etappe: Paris - Zwei Siege zum Abschied?

Fast wie erwartet, wurde es nichts mit dem gelben Trikot für Greg Van Avermaet auf der ersten Etappe der Tour. Dafür konnte er sich allerdings für einen Tag das Bergtrikot sichern. Danach ging es für das Team auf Etappenjagd. In der ersten Woche war man jeden Tag dabei, doch die anderen Team ließen keine Gruppe durch. Auf auf der achten Etappe wurde die Gruppe früh gestellt, sodass der ausgeruhte Bauke Mollema im Finale nochmal die Chance erhielt, sich abzusetzen. Er konnte maximal eine Minute Vorsprung rausfahren und lag kurz vor dem Ziel immer noch allein an der Spitze. Etwa fünf Kilometer vor dem Ziel fuhren einige andere Begleitfahrzeuge zu unserem auf und beglückwünschten uns zum Sieg. Sie überreichten und Blumensträuße und Champagnerflaschen und als wir alle Glückwünsche sicher verstaut hatten und uns wieder aufs Rennen konzentrieren konnten, mussten wir mit ansehen, wie die Favoritengruppe im Schlusssprint zu Bauke Mollema aufschließen konnte. Sprintgott Tom Dumoulin konnte mit einem Tigersprung noch an Mollema vorbeiziehen. Damit konnte Dumoulin endlich seine lange Durststrecke von einer Tour de France Etappe ohne Etappensieg beenden und endlich wieder jubeln.

Doch wer Bauke Mollema kennt, weiß, dass ihn sowas nur stärker macht. Die nächste Etappe schrie geradezu nach einem Ausreißererfolg, also ging Mollema höchst motiviert in die Gruppe des Tages und konnte sich an der letzten Steigung von seinen Fluchtgefährten absetzen, und als Solist das Ziel erreichen. Nach seiner grandiosen Vorstellung beim Giro d'Italia zeigt er auch bei der Tour, dass er zu den ganz Großen gehört. Doch ähnlich wie im letzten Jahr, wo er ebenfalls eine Etappe gewinnen konnte, scheint niemand seine Erfolge zu schätzen. Obwohl dieses Jahr zeitig angekündigt wurde, dass Mollema eine neue Herausforderung sucht, zeigt kein Team Interesse. Selbst seine alte Liebe Rabobank schmückt sich lieber mit zweitklassigen Keldermännern. Könnte Bauke Mollema vielleicht sogar noch ein weiteres Jahr bei EF Education First bleiben? Möglich ist es. Die Teamführung ist ja sehr eng mit der UCI verbunden. Und laut Quellen des Teams könnten einige Reformen in den UCI Datenbaken dafür sorgen, dass Mollema nächstes Jahr ein sicherer GT Podiumskandidat ist.

Nach einigen Siegen von Dumoulin konnte erst am Tourmalet wieder eine Gruppe durchkommen. Pierre Rolland war in der Gruppe des Tages, doch Pello Bilbao war an diesem Tag der stärkste. und konnte den Sieg und 40 Bergpunkte feiern. Das Bergtrikot rückte für Rolland damit in weiter Ferne, da neben Topfavorit Bardet ein weiterer Fahrer klar stärker am Berg war. Das Team hatte aber eine andere Wertung im Auge. Da die zweite Garde der Sprinter fehlte, konnte Greg Van Avermaet fast jede Sprintankunft in den Top 5 beenden und bis zum Schlusstag um das Grüne Trikot kämpfen. Nach einer verrückten Wind Etappe, die am Ende durch Michi Schär gewonnen wurde, stand wieder eine Ausreißeretappe an. Diesmal war Greg Van Avermaet für uns in der Gruppe. im Finale konnte er sich gegen Luis Leon Sanchez durchsetzen und den zweiten und letzten Etappensieg für unser Team bei dieser Tour de France feiern. Van Avermaet sucht nach einem schwachen Frühjahr ebenfalls eine neue Herausforderung. Im Gegensatz zu Mollema hatte er sogar zwei Interessenten, doch bisher gab es keine Konkreten Verhandlungen. Doch gibt es 2020 noch einen Platz im Team EF für Van Avermaet? Das Team möchte einen reinen Sprinter und der belgier müsste sich voll auf Sprints konzentrieren. Bei den Cyclassics haben wir schon ein mögliches Szenario für 2020 ausprobiert. Auch neue UCI Formeln könnten Greg für die nächste Saison helfen. Möglich wäre es.

Bei den restlichen Etappen hatten Ausreißer keine Chance, also nichts mehr zu berichten. Greg Van Avermaet konnte am Ende dritter in der Punktewertung werden und Dani Martinez wurde zweiter der Nachwuchwertung.

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