2019 - Explore The World

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Beitrag von Dani » Mi Apr 17, 2019 6:30 pm

19. Etappe: Istanbul - Mollema ist erstmalig Kapitän

Bei der diesjähriges Türkeirundfahrt wird Bauke Mollema erstmalig die Kapitänsrolle im Team EF Education First übernehmen. "Es ist mir ein besonderes Anliegen bei diesem Rennen dabei zu sein", so der Holländer "ich will meinem alten Manager bei seinem Heimrennen so richtig in die Suppe spucken. Mit diesem Yates werde ich schon fertig!" Das Team Sky entschied sich damals lieber für das viele Geld, als Mollema weiter im Team zu behalten. Seitdem schwimmt Manager Hakan im Geld. Angeblich haben sie heute das komplette Team Deceuninck Quick Step mit neuen Trikots ausgestattet, um sie im Kampf gegen Lotto Soudal zu unterstützen.

Die Teamleitung glaubt allerdings nicht, dass das Mollema gelingen wird, der sich noch im Formaufbau für den Giro befindet und zuletzt bei der Katalonienrundfahrt chancenlos im Kampf um das Bergtrikot war. "Im Tippspiel werde ich auf Yates setzen", so Manager Dani.

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Beitrag von Dani » So Mai 05, 2019 5:28 pm

20. Etappe: Südtirol - Kangert siegt erneut

Nach seinem Etappensieg bei der Settimana Coppi e Bartali konnte Tanel Kangert auch bei der Tour of the Alps einen Etappensieg feiern. Der Este gewann das Teilstück nach Cles und konnte am Ende in der Gesamtwertung den Dritten Platz erreichen. Das kam für alle sehr überraschend, denn laut der Teamführung ist seine Fitness längst noch nicht beim Maximum angelangt. Trotzdem hatte er jeden Tag eine ausgezeichnete Form und konnte beim Apenninen Klassiker den Dritten Platz erreichen. "Ich bin jedes Jahr der Giro Kapitän und möchte auch dieses Jahr in die Top 10 fahren", so der Este "gerade in Italien fühle ich mich immer besonders stark und der Giro liegt mir dieses Jahr sehr gut."

Doch hat das Team EF Education First überhaupt die Kapazitäten, um auf die Gesamtwertung zu fahren? Vor der Saison wurde angekündigt, dass man bei keiner Grand Tour um die Gesamtwertung fahren wolle. Gerade beim Giro wolle man groß auftrumpfen und es wurde extra ein italienischer Sprintzug aufgebaut. Doch von Topsprinter Sacha Modolo hat man nach einem ordentlichen Saisonstart nicht mehr viel gesehen. Ist er überhaupt in der Lage, um Etappensiege zu kämpfen? Dazu die Unstimmigkeiten mit dem Anfahrer Belletti in den letzten Wochen. Der zu dem zur Zeit deutlich besser drauf zu sein scheint als Modolo.

Das Hauptziel soll ja das Bergtrikot mit Bauke Mollema sein. Würde Mollema für Kangert arbeiten oder umgekehrt? Im Gegensatz zu Kangert konnte Mollema in den letzten Wochen nicht überzeugen. Bei der Türkei Rundfahrt krönte er sich selbst zu Kapitän und zeigte auch mit einem zweiten Platz auf der zweiten Etappe eine gute Leistung. Doch vor der Königsetappe war er zu aufgeregt und tat in der Nacht kein Auge zu. Am nächsten Tag war seine Form grauenhaft und so konnte er nur einen Neunten Platz erreichen.

Wir sind alle gespannt, was das Team EF Education First beim Giro in diesem Jahr zeigen wird. Hier das vorläufige Giro Aufgebot:

Bauke Mollema
Sacha Modolo
Tanel Kangert
Daniel Moreno
Manuel Belletti
Daniele Bennati
Tsgabu Grmay
Svein Tuft

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Beitrag von Dani » So Mai 05, 2019 6:15 pm

21. Etappe: Ardennen - Alles gewagt, nichts gewonnen

Die Ardennen Klassiker standen in diesem Jahr im besonderen Fokus unseres Teams. Es sollte das absolute Saison Highlight von Michael Woods werden, der im Weltmeister Trikot natürlich noch ma extra Aufmerksamkeit bekam. Von den Ergebnissen war es aber bis auf dem Dritten Platz beim Fleche Wallone kein Erfolg. Manche sprachen auch vom Fluch des Regenbogens. Doch alles der Reihe nach:


Amstel Gold Race:

Vor dem Start wurde diskutiert, ob man das Rennen nicht lieber in das Valgren Gold Race umbenennen solle. Die meisten Manager beglückwünschten dem Team Lotto Soudal bereits in Maastricht zum Sieg. Viele hatten bei einem zwielichtigen Wettanbieter den Namen Valgren genannt und erhofften sich Hohe vierstellige Summen. Das Tempo auf der ersten zweieinhalb Schleifen durch Limburg verliefen reicht ruhig. Niemand wollte Michael Valgren ins Schwitzen bringen. Doch nicht mit uns. Am Gulpenberg etwa 43 km vor dem Ziel ging das gesamte Team EF ins Tempo und schaffte es zunächst viele Favoriten, unter anderen auch Valgren abzuhängen. Das Tempo bleib hoch über den Kruisberg und Eyserbosweg. Doch bis zum Keutenberg, konnten eigentlich alle Favoriten wieder aufschließen. aber das hat weh getan. Als wir in der Abfahrt zum letzten Cauberg aus dem Tempo gingen, wollte niemand die Führung übernehmen. Der Cauberg selbst wurde auch in angemessenen Valgren Tempo gefahren. Dann wurde es Michael Woods zu bunt. Am Geulhemmer Berg attackierte der Weltmeister, doch die anderen Teams fuhren für Valgren die Lücke wieder zu. Dann stand auch schon der letzte Anstieg an. Am Bemelerberg versuchte es Woods erneut. Diesmal konnte er eine Lücke von knapp 20 Sekunden herausfahren. Doch dann startete der gefürchtete Lotto Soudal Express und fuhr die Lücke in wenigen Metern wieder zu. Michael Valgren setzte zum Endspurt an und gewann überlegen den Sprint und alle jubelten.

Michael Woods wurde am Ende nur 13. aber lieber alles gegeben und nur 13., als nichts versucht und zweiter im Sprint geschlagen zu werden. Das Team hat super gearbeitet und man ist gespannt auf Mittwoch.


Fleche Wallone:

Der Fleche ist eigentlich das einfachste Rennen der Ardennenklassiker. Es wird immer am Schlussanstieg, der steilen Mur de Huy entschieden. Das Team gab alles um den Weltmeister an vorderster Position am Fuße der Mur zu platzieren. Das gelang großartig. Dann startete völlig überraschend der Amstel Sieger Valgren eine Attacke im unteren flachen Abschnitt. Woods entschied sich mitzugehen und setzte einen Konter. Ein Fehler. Nach dem steilen Abschnitt waren beide platt und im oberen Flachen bereich zogen Valverde und Alaphilippe noch vorbei. Woods wurde am Ende nur Dritter. Trotzdem ein starkes Ergebnis. Alaphilippe war mega stark, den hätte Woods an diesem Tag sowieso nicht schlagen können. Das Team hat wieder einen super Job gemacht.


Lüttich Bastogne Lüttich:

Die Doyenne ist das Highlight der Ardennen Woche. Alle Teams waren super fokussiert und das Tempo wurde früh hochgehalten. Alle hatten gute Streckenkenntnis und das Team EF konnte niemanden mit Tempoverschärfungen überraschen. So kam es oft vor, dass der Weltmeister selbst schlecht platziert war und Körner lassen musste. Doch trotzdem machte das Team wieder einen Super Job. Als Alaphilippe und Teuns attackierten, waren mit Bettiol und Mollema noch zwei Helfer bei Woods. Beide versuchten alles, um die Lücke wieder zu schließen, aber vergebens. Auch Kwiatkowski und Valverde, der nach Hälfte der Etappe von einem Bienenschwarm attackiert wurde, setzten sich noch ab. Doch das Rennen war noch nicht vorbei. An der Roche aux Faucons wollte Woods seine Attacke setzen, doch er war wieder nicht gut positioniert und dazu am Hinterrad von Majka, der keinen Platz machen wollte. So brauchte Woods quasi den ganzen Ansieg, um sich wieder an die Spitze der Gruppe zu kämpfen. Als er endlich seine Attacke setzte, war es schon zu spät, es wurde flacher und dann kam er auch schon: Der Lotto Soudal Express. Diesmal wollte Valgren seinem treuen Helfer Felline etwas zurückzahlen und ihn zum Sieg fahren. Mit einem Affenzahn schossen sie an Woods vorbei, der fast vom Rad fiel. Danach waren die beiden nie mehr gesehen. Unglaublich! Woods fiel wieder in die Verfolgergruppe zurück. Im Sprint erreichte er am Ende wieder einen enttäuschenden 13. Platz. Alaphilippe gewann das Rennen vor Felline und Valverde.

Auch wenn das Team großartig funktioniert hat, gab es für Woods nicht viel zu holen. Dieses Jahr konnte Woods noch keinen Sieg feiern, ist das der Fluch des Regenbogentrikots? Der Weltmeister geht erst mal in eine Rennpause, bevor er sich bei der Tour de Suisse auf die Tour de France vorbereiten will. Woods wird ohne große Ambitionen an den Start gehen, doch der Sponsor will das Trikot beim größten Rennen präsentieren.

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Beitrag von Dani » Sa Mai 18, 2019 4:21 pm

22. Etappe: Dünkirchen - Der unschlagbare Sagan - Teil 2

Herzlich Willkommen zur Berichterstattung der Vier Tage von Dünkirchen. Lassen Sie sich durch den irreführenden Namen nicht verwirren. Dieses Radrennen wird auf 6 Etappen an 6 Tagen ausgetragen. In diesem Jahr steht die Creme de la Creme der Nordklassiker Szene am Start. Neben Seriensieger Peter Sagen sind namhafte Fahrer wie Jasper Stuyven, Oli Naesen und Sep Vanmarcke am Start. Zahlreiche belgische und niederländische Cross Fans sind angereist um dem großen Duell zwischen Wout van Aert und Mathieu van der Poel beizuwohnen. Letzterer startet im Team des Vorjahressiegers Michael Valgren. Für die fünf zu erwarteten Massensprints sind neben Sagan auch Topsprinter wie Arnaud Demare, Nacer Bouhanni, Bryan Coquard und Marcel Kittel am Start.

Das Team EF Education First steht ohne große Namen am Start. Greg Van Avermaet bleibt nach seiner schmerzhaften Niederlage gegen das Lotto Soudal Duo im letzten Jahr fern, und tritt bei der parallel stattfindenden Kalifornien Rundfahrt an. Der letztjährige achtplatzierte Dion Smith sollte in diesem Jahr die Kapitänsrolle übernehmen, unterstützt von Samuel Dumoulin und Adrien Petit. Doch es kam alles anders. Bereits auf der ersten Etappe kam Dion Smith zu Fall und verletzte sich am Handgelenk. Glücklicherweise konnte er das Rennen aber fortsetzen. Alex Howes ging in die Ausreißergruppe, um bei den Bergsprints auf Punktejagd zu gehen. Es schien als wäre das die einzige Möglichkeit für das Team EF Education First bei diesem Rennen in Erscheinung zu treten. Doch nach drei enttäuschenden Sprintetappen nahmen sich die Fahrer in den pinken Trikots ein Herz und gingen in voller Mannschaftsstärke ins Finale. Der Sprintzug leistete hervorragende Arbeit und Samuel Dumoulin konnte den dritten Etappenrang ersprinten. Ein großer Erfolg auf Grund des starken Fahrerfeldes.

Dann stand die Königsetappe rund um den Casselberg an. Alex Howes ging erneut in die Fluchtgruppe und konnte wichtige Punkte im Kampf um das gepunktete Trikot ersprinten. Am Ende sollte es aber nur für den zweiten Platz in der Wertung hinter Sven Erik Byström reichen. Das Hauptfeld wurde bei jeder, der insgesamt neun Casselberg Überquerungen verkleinert. Als die kleine Gruppe die Ausreißer um Alex Howes einholte, waren alle sieben Fahrer des Teams EF Education First noch in der etwa 30 Mann großen Gruppe dabei. Doch kann man aus dieser Überzahl einen Vorteil ziehen? Alex Howes belieferte seine Teamkollegen noch einmal mit frischen Trinkflaschen, bevor er sich zurückfallen ließ. Inzwischen hatte der Däne Matti Breschel vom Team Katusha Alpecin eine Attacke gestartet und das Duo Wout van Aert/Oli Naesen war auf der Verfolgung. Doch das Tempo machte keinerlei Anstalten die drei Ausreißer zurückzuholen. Jetzt musste das Team EF Education First in Erscheinung treten. Beim nächsten Casselberg sorgte Adrien Petit für eine Tempoverschärfung und fuhr die Lücke zu den Ausreißern recht schnell zu. Das Quartett ging gemeinsam in die letzte Runde.

Jetzt wachte endlich das Peloton auf. Lotto Soudal erhöhte die Trittfrequenz, denn Michael Valgren sollte der Topfavorit für eine solche Etappenankunft sein. Am Fuße des letzten Anstiegs zum Casselberg erreichten van der Poel und Valgren die Ausreißergruppe. Als sich Wout van Aert umblickte und seinem Erzfeind van der Poel in die Augen blickte, setzte er sofort eine Tempoverschärfung. Adrien Petit rollte erstmal locker hinterher und merkte schnell, dass er Van Aert näher kam. Aber auch das Lotto Soudal Duo konnte wieder aufschließen. Van der Poel und van Aert schauten sich länger in die Augen. Dann setzte Adrien Petit alles auf eine Karte, er trat an. Michael Valgren konnte als einziger reagieren, die Crosser waren geschlagen. Doch der Topfavorit konnte dem Franzosen nicht folgen. Adrien Petit gewann überlegen die Bergankunft am Casselberg und feierte seinen ersten Saisonsieg!

Somit ging Petit als Führender der Gesamtwertung in das letzte Teilstück nach Dünkirchen. Peter Sagan und Michael Valgren waren mit 7 und 8 Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz. Auf der Etappe gab es drei Zwischensprints, wo man je 3 Sekunden Zeitbonifikationen gewinnen konnte. Gerade Michael Valgren ist bekannt dafür auf Zwischensprints zu setzen. Das Team EF Education First wollte ein Alibi Tempo anschlagen. Fünf Fahrer sollten in die Tempoarbeit gehen, aber, obwohl alle 60 Prozent ihrer Kraft investierten konnten sie nicht die Spitze des Feldes erreichen. Zahlreiche sogenannte Punktfahrer und Beschützer kamen ihnen immer wieder in die Quere. Trotzdem schafften es die Ausreißer den ersten Sprint zu erreichen. Vor dem zweiten Sprint wurden sie allerdings gestellt und da es auch noch Zeitbonifikationen auf der Ziellinie geben sollte, war die Gefahr noch nicht gebannt. So sprintete Adrien Petit selbst um die Bonifikationen, um das Führungstrikot zu verteidigen und konnte zwei Sekunden gewinnen.

Im Zielsprint wurde lange taktiert, bis der kleine Franzose Clement Venturini vom Team Movistar den Sprint eröffnete, er zog an der linken Straßenseite an allen anderen vorbei und sah schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann startete Peter Sagan seinen Sprint. Venturini schaute sich um und fuhr eine Welle zur linken Seite, um Peter Sagan aufzuhalten. Der Franzose ist bekannt für solche riskanten aggressiven Manöver auf den letzten 100 Metern. Schon oft wurde darüber diskutiert solch ein Verhalten zu bestrafen, doch die Regel sagt klar, wer als erstes am Zielstrich ist hat gewonnen. Doch kein Problem für Peter Sagan: Mit einem Bunnyhop sprang er einfach über den nur 1,65m großen Franzosen herüber und gewann en Zielsprint in überlegener Manier. Durch die 10 Sekunden Zeitbonus im Ziel konnte Sagen auch die Gesamtwertung gewinnen und entriss Adrien Petit das Führungstrikot denkbar knapp. Wie schon die ganze Saison ist Peter Sagan einfach unschlagbar. Das war bereits der elfte Saisonsieg des Slowaken, zwei mehr als das ganze Team EF Education First zusammen. Trotzdem war das eine sehr erfolgreiche Rundfahrt für die pinken Fahrer, neben den zweiten Plätzen in Gesamt- und Bergwertung und dem Etappensieg, konnte auch die Mannschaftswertung gewonnen werden.

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Beitrag von Dani » Do Jun 20, 2019 3:41 pm

23. Etappe: Kalifornien - Goldrausch im Golden State

Ohne große Ambitionen gingen wir in einzige amerikanische World Tour Rundfahrt, doch letztendlich sollte es die erfolgreichste Rundfahrt des Jahres für uns werden. Zumindest aus finanzieller Sicht. Aufgrund einer Fehlprogrammierung der künstlichen Intelligenz, die das Teamfahrzeug des Teams AG2R La Mondiale steuerte, wurden die Fahrer nicht in die Ausreißergruppen geschickt, um die Bergwertung zu dominieren. So schlug die große Stunde von Toms Skujins, der auf der zweiten Etappe das Bergtrikot erobern konnte und es bis zum Ende nicht mehr hergab. Ganze 140.000 Euro brachte das Trikot in die Teamkassen, soviel wie wir normalerweise in etwa bei einer ganzen Rundfahrt einnehmen. Neben unserem Stammplatz in der Gesamtwertung, dem 11. konnten wir auch einen wichtigen Erfolg verbuchen. Auf der Schlussetappe nach Pasadena wurden alle Sprinter abgehängt und das Team konnte den Sprint perfekt für Greg Van Avermaet vorbereiten. Unser Kapitän konnte den 10. Sieg für unser Team in dieser Saison erreichen und machte die Kalifornien Rundfahrt zu einem rundum gelungenen Heimspiel.

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Beitrag von Dani » Do Jun 20, 2019 4:28 pm

24. Etappe: Giro d'Italia - Radsport ist Teamsport

Die Fahrer des Team EF Education First stellten bei der ersten großen Landesrundfahrt des Jahres eindrucksvoll unter Beweis, dass Radsport in erster Linie Teamsport ist. Die Rundfahrt verlief etwas anders als gedacht. Der Kapitän Bauke Mollema ging mit großen Zielen in die Rundfahrt: Er wolle der kämpferischste Fahrer der Rundfahrt werden, eine Etappe gewinnen und vielleicht mit um das Bergtrikot kämpfen. Letzteres konnte er bereits auf der ersten Etappen erobern, wenn auch nur stellvertretend für Primoz Roglic. Denn Bauke Mollema erreichte einen starken dritten Platz im Auftaktzeitfahren in Bologna. Dies ergab uns ganz neue Möglichkeiten. Bauke war nun in der Gesamtwertung hervorragend platziert und die ersten Etappen hatten keine wirklichen Berge. Vielleicht könnten wir einen Tag das Rosa Trikot übernehmen? Doch leider fühlte sich Mollema an keinem Tag wirklich gut, dass er hätte angreifen können. Doch das hieß nicht, dass wir den ersten Etappen der Rundfahrt nicht unseren Stempel aufdrucken konnten: Svein Tuft, Tsgabu Grmay, Dani Moreno und Daniele Bennati gingen abwechselnd in die Fluchtgruppen und konnten oft lange um Etappensiege kämpfen. Altmeister Daniele Bennati war einmal sogar lange Zeit im virtuellen Rosa Trikot, verpasste es aber leider knapp. Auch bei den Massensprints sorgte unser italienische Zug um Bennati, Belletti und Modolo immer wieder für gute Platzierungen.

Bis zum zweiten Zeitfahren war das Rosa Trikot in Schlagdistanz. Das Zeitfahren sollte Bauke Mollema eigentlich liegen, doch er erwischte mal wieder eine miserable Tagesform. Der Traum von Rosa war damit geplatzt, nun sollte aber unbedingt ein Etappensieg her. Am ersten richtigen Berg der Rundfahrt dem Montoso versuchte Mollema sein Glück, doch das Rosa Trikot Wilco Kelderman wollte ihn nicht weglassen und setzte nach. Auf der Abfahrt konnten auch andere wieder aufschließen. Doch kein Problem am nächsten Tag folgte wieder eine Bergetappe. Das Tempo war zu Beginn sehr hoch und keine Gruppe wurde fahren gelassen. Als zur Hälfte der Etappe das Tempo etwas rausging wollte Mollema gerade attckieren, als ihm Primoz Roglic zuvorkam. Der Slowene legte eine grandiose Flucht hin und konnte sich sein Rosa Trikot zurückerobern.

Am Tag danach ging es durch das Aostatal in Richtung Mont Blanc Massiv. Bereits am ersten Anstieg attackierte Bauke Mollema, doch das Tempo war wieder enorm hoch an diesem Tag. Vor allem das Team Lotto Soudal sorgte dafür, dass der Vorsprung von Mollema nie über eine Minute anwuchs. Bereits vor dem letzten Anstieg wurde er wieder gestellt und rollte mit hängendem Kopf in Richtung Ziel. Doch würde er jetzt aufgeben? Nein, nicht Bauke Mollema. Am nächsten Tag ging es nach Como und im Finale folgte er einer Attacke der Yates Zwillinge. Das Trio erreichte gemeinsam den letzten Ansteig, doch auch heute wurde Mollema erneut gestellt.

Dann ging es ins Biathlon Mekka Antholz. Heute sollte es endlich klappen. Neben Mollema gingen auch Moreno und Grmay mit in die Ausreißergruppe. Beide gaben alles und unterstützten ihren Kapitän perfekt bis an den Fuße des Schlussanstiegs. Mitchelton Scott wollte Bauke Mollema an diesem Tag auf keinen Fall den Sieg überlassen und sorgten für ein Höllentempo. Doch am Ende blieben wenige Sekunden Vorsprung und Bauke Mollema konnte jubelnd ins Ziel fahren. Eine großartige Teamleistung. Doch auch abseits der Kamera hielt das Team zusammen. Nachdem Manuel Belletti an einem ganz schlechten Tag den Giro beenden musste. Opferten sich Svein Tuft und Daniele Bennati Etappe für Etappe auf, um den verbleibenden Sprinter Sacha Modolo über die Berge zu bekommen. Nachdem viele Sprinter schon zu Hause waren, konnte Modolo noch einen zweiten Etappenplatz erreichen, der ohne die Hilfe seiner Teamkollegen unmöglich gewesen wäre.

Völlig verdient gewann das Team EF Education First am Ende der Rundfahrt die Teamwertung mit über 40 Minuten Vorsprung. Darauf hätte vor der Rundfahrt niemand gewettet.

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Beitrag von Dani » Do Jun 20, 2019 4:49 pm

25. Etappe: Gippingen - Die Auferstehung des Rein Taaramäe

Vor über Zehn Jahren kam der junge Este Rein Taaramäe in unser Team und konnte früh in seiner Karriere für Furore sorgen. Er war für lange überlegene Solo Siege bekannt, so gewann er z.B. Eine Etappe bei der Vuelta 2011. Doch in den letzten Jahren war es um den Esten still geworden. Seine schwere Asthma Erkrankung machte ihm immer wieder zu schaffen und er hatte oft nur die Helferrolle. Doch letzte Woche beim Großen Preis des Kanton Aargau in Gippingen in der Schweiz war die lange Durststrecke zu Ende. In der Vorletzten Ronde setzte sich der Este vom Feld ab und konnte zur Ausreißergruppe um Bob Jungels aufschließen. im letzten Anstieg konnte er Jungels abschütteln und knapp vor dem heransrauschenden Feld seinen ersten Sieg seit über 6 Jahren feiern.

Taaramäe geht nun mit großen Selbstbewusstsein in die Tour de Suisse, wo er unser Kapitän sein wird. Wenn wir mehr in der Gesamtwertung als unseren angestammten elften Platz erreichen, wäre es ein großer Erfolg für das Team. Taaramäe wird nach der Tour de Suisse auch die Österreich Rundfahrt fahren, bevor er sich auf die Vuelta vorbereiten wird.

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » Mi Jun 26, 2019 9:06 pm

26. Etappe: ZLM Toer - Van Avermaet sagt Start ab

Greg Van Avermaet wird nicht wie geplant nächstes Wochenende bei der ZLM Toer in den Niederlanden an den Start gehen. Der Belgier hat zusammen mit der Teamleitung entschieden, dass eine Rennpause nach seinem schweren Sturz bei der Belgien Rundfahrt sinnvoller wäre. Der Tour de France Start soll aber nicht in Gefahr sein. "ich werde vielleicht nicht in Topform an den Start gehen, aber trotzdem werde ich alles geben um das gelbe Trikot zu erobern."

Greg Van Avermaet stürzte auf der vorletzten Etappe seiner Heimrundfahrt im roten Leadertrikot bei Brückenpassage und zog sich mehrere Prellungen und Abschürfungen zu. Das Führungstrikot konnte er auf der zweiten Etappe nach Zottegem erobern und im Zeitfahren verteidigen. Die zweite Etappe durch die flämischen Ardennen galt als Generalprobe für den Tourauftakt. An der Mauer von Geraardsbergen sorgte das Team EF Education First für eine Tempoverschärfung, nach der fast nur noch EF Fahrer in der ersten Gruppe übrig blieben. Die Gruppe wurde Fahrer um Fahrer dezimiert, bis Greg Van Avermaet am Ende als Solist das Ziel erreichen konnte. Doch bei der Tour sollte es schwerer werden. Die Muur steht da nicht 50 sondern 150 km vor dem Ziel auf dem Programm. Trotzdem ist das Team zuversichtlich, dass ihr Kapitän in gelb ins Mannschaftszeitfahren gehen kann. "Die Etappe ist alles andere als flach. Selbst in einem Massensprint auf der ansteigenden Zielgeraden in Brüssel könnte Greg um den Sieg sprinten", so die Teamleitung.

Ihm sollte zugutekommen, dass Seriensieger Peter Sagan dieses Jahr auf die Tour verzichten wird. Der Slowake soll ich voll auf die Qinghai Lake Rundfahrt konzentriert haben. Doch die Ankündigung der Veranstalters, dass sowohl ein Einzel- als auch ein Teamzeitfahren durchgeführt werden soll, sorgte beim Team Quickstep für Bauchschmerzen, da die Fitness von Peter Sagan wohl nicht mehr als 87 betragen werde, womit er vermutlich aus dem Zeitlimit fällt.

Das Team EF Education First wird für die ZLM Toer keinen Ersatzfahrer nominieren, somit werden nur 6 pinke Trikots am Start stehen. "Ohne Greg haben wir keinen Kapitän am Start, das Team wird sich voll auf die Ausreißergruppen konzentrieren müssen".

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » Sa Jul 13, 2019 1:42 pm

27. Etappe: Brüssel - Teampräsentation Tour de France

Morgen beginnt die Tour de France in Brüssel. Folgende Acht Fahrer werden für das Team EF Education First auf Etappenjagd gehen:

Greg Van Avermaet: Kapitän, Sprinter, Etappenjäger
Bauke Mollema: Etappenjäger
Michael Woods: Weltmeister, Etappenjäger
Dani Martinez: Nachwuchswertung
Pierre Rolland: Bergwertung, Etappenjäger
Steve Cummings: Helfer, Etappenjäger
Daniele Bennati: Helfer, Sprintanfahrer
Svein Tuft: Helfer


Ziele:

X Etappensiege
Top3 Nachwuchswertung
Top3 Bergwertung
jeden Tag rote Rückennummer

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » Sa Aug 31, 2019 1:52 pm

28. Etappe: Paris - Zwei Siege zum Abschied?

Fast wie erwartet, wurde es nichts mit dem gelben Trikot für Greg Van Avermaet auf der ersten Etappe der Tour. Dafür konnte er sich allerdings für einen Tag das Bergtrikot sichern. Danach ging es für das Team auf Etappenjagd. In der ersten Woche war man jeden Tag dabei, doch die anderen Team ließen keine Gruppe durch. Auf auf der achten Etappe wurde die Gruppe früh gestellt, sodass der ausgeruhte Bauke Mollema im Finale nochmal die Chance erhielt, sich abzusetzen. Er konnte maximal eine Minute Vorsprung rausfahren und lag kurz vor dem Ziel immer noch allein an der Spitze. Etwa fünf Kilometer vor dem Ziel fuhren einige andere Begleitfahrzeuge zu unserem auf und beglückwünschten uns zum Sieg. Sie überreichten und Blumensträuße und Champagnerflaschen und als wir alle Glückwünsche sicher verstaut hatten und uns wieder aufs Rennen konzentrieren konnten, mussten wir mit ansehen, wie die Favoritengruppe im Schlusssprint zu Bauke Mollema aufschließen konnte. Sprintgott Tom Dumoulin konnte mit einem Tigersprung noch an Mollema vorbeiziehen. Damit konnte Dumoulin endlich seine lange Durststrecke von einer Tour de France Etappe ohne Etappensieg beenden und endlich wieder jubeln.

Doch wer Bauke Mollema kennt, weiß, dass ihn sowas nur stärker macht. Die nächste Etappe schrie geradezu nach einem Ausreißererfolg, also ging Mollema höchst motiviert in die Gruppe des Tages und konnte sich an der letzten Steigung von seinen Fluchtgefährten absetzen, und als Solist das Ziel erreichen. Nach seiner grandiosen Vorstellung beim Giro d'Italia zeigt er auch bei der Tour, dass er zu den ganz Großen gehört. Doch ähnlich wie im letzten Jahr, wo er ebenfalls eine Etappe gewinnen konnte, scheint niemand seine Erfolge zu schätzen. Obwohl dieses Jahr zeitig angekündigt wurde, dass Mollema eine neue Herausforderung sucht, zeigt kein Team Interesse. Selbst seine alte Liebe Rabobank schmückt sich lieber mit zweitklassigen Keldermännern. Könnte Bauke Mollema vielleicht sogar noch ein weiteres Jahr bei EF Education First bleiben? Möglich ist es. Die Teamführung ist ja sehr eng mit der UCI verbunden. Und laut Quellen des Teams könnten einige Reformen in den UCI Datenbaken dafür sorgen, dass Mollema nächstes Jahr ein sicherer GT Podiumskandidat ist.

Nach einigen Siegen von Dumoulin konnte erst am Tourmalet wieder eine Gruppe durchkommen. Pierre Rolland war in der Gruppe des Tages, doch Pello Bilbao war an diesem Tag der stärkste. und konnte den Sieg und 40 Bergpunkte feiern. Das Bergtrikot rückte für Rolland damit in weiter Ferne, da neben Topfavorit Bardet ein weiterer Fahrer klar stärker am Berg war. Das Team hatte aber eine andere Wertung im Auge. Da die zweite Garde der Sprinter fehlte, konnte Greg Van Avermaet fast jede Sprintankunft in den Top 5 beenden und bis zum Schlusstag um das Grüne Trikot kämpfen. Nach einer verrückten Wind Etappe, die am Ende durch Michi Schär gewonnen wurde, stand wieder eine Ausreißeretappe an. Diesmal war Greg Van Avermaet für uns in der Gruppe. im Finale konnte er sich gegen Luis Leon Sanchez durchsetzen und den zweiten und letzten Etappensieg für unser Team bei dieser Tour de France feiern. Van Avermaet sucht nach einem schwachen Frühjahr ebenfalls eine neue Herausforderung. Im Gegensatz zu Mollema hatte er sogar zwei Interessenten, doch bisher gab es keine Konkreten Verhandlungen. Doch gibt es 2020 noch einen Platz im Team EF für Van Avermaet? Das Team möchte einen reinen Sprinter und der belgier müsste sich voll auf Sprints konzentrieren. Bei den Cyclassics haben wir schon ein mögliches Szenario für 2020 ausprobiert. Auch neue UCI Formeln könnten Greg für die nächste Saison helfen. Möglich wäre es.

Bei den restlichen Etappen hatten Ausreißer keine Chance, also nichts mehr zu berichten. Greg Van Avermaet konnte am Ende dritter in der Punktewertung werden und Dani Martinez wurde zweiter der Nachwuchwertung.

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Beitrag von Dani » Sa Aug 31, 2019 2:17 pm

29. Etappe: Salt Lake City - Der Fluch des Regenbogens

Mit der Tour of Utah stand letzte die einzige Kontinentalrundfahrt diese Saison in Nordamerika an. Das Team EF schickte standesgemäß eine stark Truppe von Amerikanern angeführt vom kanadischen Weltmeister Michael Woods. Doch einige Kletterer wie Tejay Van Garderen und Guillaume Martin machten die bergige Rundfahrt unter sich aus. Unser Team präsentierte sich stark in den Ausreißergruppen und der Weltmeister fasste Etappen mit Klassikerprofil ins Auge. Doch ein Sieg sollte und nicht gelingen. Woods konnte ganze drei zweite Plätze einfahren, dazu ein zweiter Platz von Alex Howes als Ausreißer. "Diese Saison ist wie verhext", so Michael Woods, "ich bin schon ein bisschen froh, wenn ich das Trikot wieder los bin."

Nach dem etwas überraschenden Sieg bei den Weltmeisterschaften, lief 2018 nicht mehr viel bei Michael Woods. "Nachdem ich ja 2017 meinen ersten Profisieg ausgerechnet in Montreal feiern konnte, gewann ich letztes Jahr das Rennen in Montreal. Dazu Etappensiege im Baskenland und Belgien und die Slowakei Rundfahrt. Die WM war natürlich das Highlight. Danach war die Luft etwas raus, aber ich war heiß auf 2019."

Doch es dauerte bis zur Strade Bianche, bis Woods das Regenbogentrikot erstmals im Jahr 2019 präsentierte. Nach weiteren Auftritten in Italien (Tirreno Adriatico und Mailand San Remo), fuhr Woods in Katalonien und im Baskenland erstmals um vordere Platzierungen mit. Das große Highlight sollten die Ardennen werden, doch bis auf ein dritter Platz beim Fleche sprang nichts heraus. Nach einer Rennpause bereitete sich der Weltmeister bei der Tour de Suisse auf die Tour de France vor. Doch im Gegensatz zu seinen beiden Teamkollegen Mollema und Van Avermaet, konnte Woods keinen Etappensieg erreichen. Ein 10. und ein 9. Etappenrang waren das Maximum. Nach einem Sturz auf der ersten Etappe der Polen Rundfahrt, stand die Utah Rundfahrt an.

Das nächste Rennen für Michael Woods wird der GP Plouay, bevor es in die Heimat nach Kanada geht. Die Rennen in Quebec und Montreal sind wohl die letzte Chance einen Sieg im Regenbogen Trikot zu erlangen. Danach stehen noch ein paar Rennen in Italien an, bevor es nach Yorkshire geht. Doch die Chancen das Trikot zu verteidigen sind sehr gering. Das erste Rennen nach der WM wird der GP Emilia sein. Ohne WM Trikot könnte Michael Woods hier vielleicht wieder zu alter Stärke finden.

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Beitrag von Dani » Sa Aug 31, 2019 2:58 pm

30. Etappe: August - Das Auf und Ab der Wellen

Der August sollte der Monat von Tim Wellens werden. Wie jedes Jahr wollte er unbedingt die BinckBank Tour gewinnen, doch wie jedes Jahr, wurde er enttäuscht. Der Monat begann großartig. Bei der welligen Wallonien Rundfahrt surfte Tim Wellens auf einer Erfolgswelle. Auf der zweiten Etappe fuhr er bereits allen davon und musste sich nur dem Ausreißer Laurens De Plus geschlagen geben, der allerdings in der Gesamtwertung keine Rolle spielte. Am dritten Tag war es Wellens selber der auf der welligen Etappe den Sieg feiern konnte. Danach musste er nur noch das Trikot verteidigen und konnte damit nach der Guangxi Tour seine zweite Rundfahrt gewinnen. Voller Motivation reiste Wellens zur Polen Rundfahrt, doch ihn traf eine Schockwelle. Hohe Temperaturen zwangen ihn bereits am zweiten Tag zur Aufgabe. Die Hitzewelle in Polen erreichte Temperaturen über 30 Grad und Tim Wellens stieg entkräftet vom Rad. Doch er erholte sich schnell und wollte voll bei der BinckBank Tour angreifen.

Nach drei langweiligen Flachetappen ging es in die wellige Wallonie. Das Team EF ging auf der kurzen Etappe um Houffalize früh in die offensive und wollte das Feld kaputt fahren. An der letzten Welle konnte sich Wellens zusammen mit dem Kasachen Lutsenko ansetzen. Doch leider wurden sie kurz vor dem Ziel wieder gestellt. War denn alles umsonst? Nein es gab noch Hoffnung, im Zeitfahren hatte Wellens eine super Tagesform und konnte sich in den Top 10 platzieren. Die Chancen waren da am Schlusstag um den Sieg zu kämpfen. Greg Van Avermaet unterstützte ihn die komplette Rundfahrt über großartig. Doch bei der letzten Überquerung der Muur war Wellens schlecht positioniert. So musste Greg Van Avermaet wieder das Zepter übernehmen. Van Avermaet wurde am Ende 4. auf der Etappe und der Gesamtwertung. Für Wellens sprang nur ein enttäuschender 8. Gesamtplatz heraus.

Doch der Monat war noch nicht vorbei. Die Dänemark Rundfahrt sollte dieses Jahr ganz nach Wellens Geschmack sein. Weniger Flachetappen und mehr wellige Etappen. Doch zunächst schwamm sein Teamkollege Lawson Craddock auf einer Erfolgswelle. Der Amerikaner erwischte bei den beiden ersten Etappen eine glänzende Tagesform und konnte sich völlig unerwartet auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung platzieren. Wellens erwischte eine grausame Tagesform im Zeitfahren und fiel in der Gesamtwertung weit zurück. Doch bereits am nächsten Tag ging es wieder bergauf. Tim Wellens konnte die Königsetappe nach Vejle gewinnen und sich damit wieder ganz ordentlich platzieren. Kuriose Szenen auf der Schlussetappe: Nach einer Kombination aus Massensturz und Windkante teilte sich das Feld plötzlich. Vorne waren eigentlich nur die Kapitäne aber das komplette Team EF war noch zusammen. Schnell formierte sich der EF Express und raste dem Ziel entgegen. Den Sprint konnte man zwar nicht gewinnen, aber Tim Wellens konnte das Sprinttrikot erfolgreich verteidigen. Diese Aktion sorgte dafür dass alle Fahrer des Teams EF die Rundfahrt in den Top 13 beenden konnten. Rekord.

Das nächste Ziel von Tim Wellens werden die Weltmeisterschaften in Yorkshire sein. Das Team wird alles für ihn geben auch der aktuelle Weltmeister Michael Woods wird sich voll in den Dienst von Tim Wellens stellen. Das Ziel wird es sein das Rennen auf dem winkligen Kurs schwer zu gestalten, um den erwarteten Massensprint zu verhindern.

Dani
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Beitrag von Dani » Sa Aug 31, 2019 3:05 pm

31. Etappe: Torrevieja - Keine Erwartungen bei Grand Tour

An die Vuelta geht das Team EF ohne große Erwartungen. Viele andere Teams schicken ihre absoluten Topfahrer zur letzten großen Rundfahrt des Jahres. beim Team EF sieht das anders aus, wir haben uns bei der Tour und dem Giro schon völlig verausgabt, es geht hier die zweite Garde an den Start.

Unsere Equipo:

EF EDUCATION FIRST
91 Koen De Kort
92 Dion Smith
93 Lars Ytting Bak
94 Benjamin King
95 Rein Taaramäe
96 William Clarke
97 Sepp Kuss
98 Pierre Rolland


große Ziele haben wir nicht. Wir rechnen uns in keiner Wertung Erfolgschancen aus. Ähnlich wie bei der Tour werden wir versuchen jeden Tag in die Fluchtgruppe zu kommen. Wenn Gruppen durchkommen sollten haben wir vielleicht Chancen auf den ein oder anderen Etappensieg. Letztes Jahr konnten wir zwei Etappen gewinnen, wenn wir das wieder schaffen sollten, wäre es eine super Vuelta. Viva España!

Dani
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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » Fr Okt 04, 2019 7:38 pm

32. Etappe: Madrid - Ereignisreiche Woche zwei

Die letzte Grand Tour des Jahres entwickelte sich zu einer verrückten für das Team EF Education First. Sepp Kuss sollte der Mann für die Gesamtwertung sein, aber mehr als eine Top 20 Platzierung rechneten wir uns auf Grund der starken Konkurrenz nicht aus. Bereits auf der zweiten Etappe konnte Kuss glänzen und den fünften Etappenrang erreichen. Der Rest des Teams ging abwechselnd in Fluchtgruppen, war aber auf Grund der starken Konkurrenz chancenlos. Die Etappensiege sicherten sich Fahrer wie Geraint Thomas und Wout Poels, die durchaus in der Gesamtwertung um die Top5 hätten kämpfen können. Auf Etappe 6 hatte Sepp Kuss dann seine erste -5 von 3 insgesamt während der Rundfahrt. Er wurde früh abgehängt und verlor eine Menge Zeit. Nach Woche 1 sah alles danach aus als würde die Vuelta ein Desaster für das Team EF Education First werden.

Doch bereits am ersten Tag der zweiten Woche änderte sich dies: Die Ausreißergruppe um Ben King hatte einen großen Vorsprung und sollte den Etappensieg unter sich aus machen. Kurz vor dem Ziel attackierte Ben King aus der Gruppe. Auf den letzten Kilometern konnte Magnus Cort fast wieder zu King aufschließen, aber die Zielgerade war zu kurz für den Dänen. Ben King USA gewann die 8. Etappe der Vuelta. Was für ein Erfolg!
Am nächsten Tag sah es schon wieder ganz anders aus. Unser Kapitän Sepp Kuss startete in Andorra sehr weit hinten im Feld und schaffte es nicht sich vorne zu positionieren. Am ersten Anstieg teilte sich das Feld und das Team versuchte alles, um auf der Abfahrt zurückzukommen. Als sie es am Fuße des zweiten Anstieges fast geschafft hatten, teilte sich das Feld vorne wieder. So war man den ganzen Tag nur in der Verfolgung des Pelotons und Sepp Kuss verlor erneut sehr viel Zeit. Am nächsten Tag stand das Zeitfahren in Pau an, nicht die Spezialdisziplin von Sepp Kuss. Zudem hatte er noch seine zweite -5 während der Rundfahrt. Hätte es noch schlimmer kommen können? Ja!
Am nächsten Tag führte eine regnerische Etappe durch das Baskenland. Eine klare Ausreißeretappe. Doch das Team Jumbo Visma wollte unbedingt einen Sprint herbei zaubern. Das hohe Tempo auf den baskischen Straßen führte zu einigen Stürzen. Zunächst ging Richie Porte zu Boden, auf ihn wurde noch gewartet. Kurz darauf erwischte es unseren Kapitän Sepp Kuss. Der Name war dem Team Jumbo Visma nicht prominent genug, so rasten sie weiter der längst enteilten Fluchtgruppe hinterher. Natürlich gewann die Fluchtgruppe mit großem Vorsprung, vor dem von Kruijswijk angeführtem Hauptfeld. Sepp Kuss kam völlig entkräftet mit zerfetztem Trikot mit 10 Minuten Rückstand ins Ziel. Die Gesamtwertung war nun völlig außer Reichweite. Für Sepp Kuss ging es erstmal darum sich zu erholen und möglicherweise neue Ziele in Woche drei zu suchen.
Am letzten Tag der zweiten Woche ging es nach Oviedo. Es sollte eine Sprinteretappe werden, doch das Team Mitchelton Scott sorgte den ganzen Tag für ein grauenvolles Dauertempo. Der geschwächte Sepp Kuss wurde bereits an der ersten Welle abgehängt. Seine Teamkollegen formierten sich um ihn herum, aber es war unmöglich bei dem verrückten Tempo wieder zum Hauptfeld aufzuschließen. Einzig Lars Ytting Bak, der in die Ausreißergruppe gehen wollte, aber immer wieder vom Feld gestellt wurde vertrat unser Team im Hauptfeld. Warum dieses Tempo von Mitchelton Scott angeschlagen wurde, klärte sich nach der letzten Bergwertung auf. Auf der flachen Anfahrt zum Ziel attackierte der Top Finisseur Fabio Cancellaru ähh Fabio Aru um ein typisches 20 Km Solo gegen das ganze Feld zu gewinnen. Lars Ytting Bak überlegte nicht lang und ging auch in die Offensive. Er fuhr schnell die Lücke zu Aru zu und attackierte sofort noch einmal, um den Italienier abzuhängen. Schnell wurde Aru wieder gestellt, aber der Vorsprung von Bak wurde größer und größer. Keine Helfer waren im Feld mehr vorhanden, die die Lücke schließen konnten und Bak konnte früh die Arme hochreißen und jubeln. Ein großartiger Solosieg. Und das perfekte Ende einer langen Karriere. Als ihn sein altes Team in den Ruhestand schicken wollte, konnten wir Lars überreden noch mal zwei Jahre dran zu hängen. Ein Vuelta Sieg 2018 und ein Vuelta Sieg 2019 sind das perfekte Beispiel, dass man auch ohne Jugendwahn erfolgreich sein kann.

Die dritte Woche verlief wieder ereignislos für unser Team. Sepp Kuss ging es von Tag zu Tag besser. Das Team plante eine große Offensive am letzten Tag in den Bergen, damit Sepp Kuss auch noch etwas von seinem Saisonhighlight mitnehmen konnte, doch an diesem Tag hatte er seine dritte -5 und es war unmöglich dem Feld zu entfliehen. So endete eine sehr erfolgreiche Vuelta für das Team EF in Madrid. zwei Etappensiege, wie im letzten Jahr, sind ein großer Erfolg, auch wenn wir am Ende in keiner Sonderwertung unter den besten 20 waren.

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Beitrag von Dani » Fr Okt 04, 2019 8:01 pm

33. Etappe: Quebec - Das Ende des Fluchs

Am Ende hat es doch noch geklappt. In der kanadischen Heimat hat Michael Woods endlich seinen ersten Sieg im Regenbogentrikot einfahren können. Beim GP Quebec sah es lange Zeit gar nicht so gut aus. Woods war schlecht platziert und musste einige Körner lassen, um am Ende ganz vorne dabei zu sein. Doch auf den letzten Metern konnte er alle Gegner überholen und die Ziellinie als erstes überqueren. Am darauffolgenden Sonntag sah es wieder anders aus. Auf der Schlussrunde in Montreal versuchte er einer Attacke von Max Schachmann zu folgen. Doch auch der Slowene Matej Mohoric ging mit. In der Abfahrt konnte Mohoric seine Gegner abschütteln und erreichte das Ziel als Solist. Woods und Schachmann wurden auf dem letzten Kilometer von der heranrasenden Verfolgergruppe gestellt. Nun wird Woods das Wm Trikot nur noch bei den drei italienischen Klassikern am Wochenende tragen, bevor es es bei der WM in Yorkshire an Teamkollege Tim Wellens abgeben möchte. "Das Team wird sich voll für Tim aufopfern", so Woods, "Wellens zählt neben Michael Matthews und Edvald Boasson Hagen zu den Medaillenkandidaten. Aber auch Fahrer wie Peter Sagan, Daryl Impey oder Julian Alaphilippe sollten auf dem Kurs Chancen auf eine gute Platzierung haben."

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Re: 2019 - Explore The World

Beitrag von Dani » Mi Okt 16, 2019 5:50 pm

34. Etappe: Yorkshire - Zwei Kilometer Hoffnung

Die Weltmeisterschaften im britischen Yorkshire sollten das Rennen eines Mannes werden: Harry Tanfield aus Nord Yorkshire vom Team Astana trotze Wind und Regen und startete kurz nach dem Start sein beeindruckendes Solo. Doch Harry Tanfield führ nicht für sich, sonder für seine Mutter, die nur wenige Wochen vor dem Rennen unerwartet verstorben war. Trotz hohem Tempo der Teams EF und FDJ konnte Tanfield mehrere Minuten Vorsprung herausfahren und lange gegen das Feld verteidigen. Erst kurz vor dem Toren Harrogates wurde er wieder gestellt.

Nachdem sich viele Teams auf bereits vor dem Start auf eine Sprintankunft eingestellt hatten, wusste man bei Education First, dass wir das Rennen hart machen müssen. So setzten Lars Bak und Dani Martinez immer wieder Nadelstiche zu Beginn des Rennens und einige Sprinter kamen bereits sehr früh ins schwitzen. Sacha Modolo führte das Feld auf den Rundkurs im Harrogate, wo sich auch große Namen wie Greg Van Avermaet und Titelverteidiger Michael Woods voll in den Dienst der Mannschaft stellten. Auf Grund des starken Gegenwinds auf der langen Geraden, war es schwer, früh eine Selektion herbeizuführen.

Nachdem auch Alberto Bettiol seinen Job getan hatte, waren nur noch Toms Skujins und Kapitän Tim Wellens im Feld. Wellens Fitness und Tagesform waren nicht gerade berauschend, aber wir mussten es probieren, das war die WM, hier geht es nur um das Trikot. Zweiter, Dritter oder 138. ist völlig egal. Als es nach der langen Geraden um die 90 Grad Kurve ging, übernahmen Skujins und Wellens die Spitze des Feldes. Der Wind kam nun von der Seite und das Feld wurde in die Länge gezogen. Skujins führ runter ins Tal, wieder hoch und wieder runter. Dann attackierte Tim Wellens am langen Anstieg und er konnte eine kleine Lücke herausfahren. Alaphilippe wollte aufschließen, aber war zu schwach und fiel zurück ins Feld. Der Vorsprung wuchs auf 10 Sekunden an. Das Team hat sich super verkauft, alle haben sich aufgeopfert und im Finale konnte sich Wellens ganz vorne zeigen, wir sind stolz auf unsere Mannschaft. Doch was passiert jetzt? Wellens erreicht Harrogate und ist immer noch an der Spitze, der Vorsprung beträgt sogar 20 Sekunden. Wollte hier keiner Weltmeister werden? Konnte keiner? Drei Kilometer vor dem Ziel zeigte die Anzeige ganze 30 Sekunden an. 2,5 km vor dem Ziel kam im Teamfahrzeug erstmals der Gedanke auf, dass man hier vielleicht wirklich den Weltmeistertitel verteidigen könne. Auch an der Flamme Rouge war das Feld noch nicht zu sehen, das musste doch der Sieg für Tim Wellens sein! Er fuhr um die letzte Kurve 500m vor dem Ziel und blickte sich um: Und da kamen sie, die wilde Meute. Edvald Boasson Hagen sprintete noch an Wellens vorbei und gewann das Regenbogentrikot.

Wir gingen ohne große Erwartungen in das Rennen, aber haben alles gegeben und sind am Ende dann doch etwas enttäuscht gewesen. Tim Wellens bereitet sich jetzt über die italienischen Herbstklassiker auf die Guangxi Rundfahrt vor, wo er seinen Sieg vom letzten Jahr verteidigen möchte.

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