El camino a Milán

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El camino a Milán

Beitrag von Cookie » So Jan 31, 2021 12:55 pm

El camino a Milán
by Estéban Chaves

Bienvenidos a todos, hier ist Estéban.

In den kommenden Monaten werde ich euch mitnehmen auf meine Reise nach Mailand, meinem großen Ziel dieses Jahr - das Finish des Giro d'Italias 2021. Ich bin überzeugt, dass ich noch einmal eine Top 10 Platzierung im Gesamtklassement einer dreiwöchigen Rundfahrt erreichen kann und genau das will ich meinen Fans und vor allem mir selbst beweisen. Ich möchte weder um den Sieg oder Wertungen, noch um Etappensiege fahren. Hauptsächlich will ich das machen, was ich seit Beginn meiner Karriere mache und was mir zwischendurch leider abhanden gekommen ist. Ich möchte Spaß an meinem Hobby haben, welches ich zum Beruf machen durfte. Nicht vielen Menschen ist das nämlich in ihrem Leben möglich, was mir gewährt wurde von Gott. Vielleicht erreiche ich ja den ein oder anderen da draußen. Vielleicht fiebern ja sogar am Ende einige Fans mit mir mit.

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Meine Reise beginnt zu Hause.
Wie immer verbringe ich den europäischen Winter zu Hause in Bogotá. Das Wetter ist zwar derzeit nicht so schön wie in Spanien, aber durch meine Familie tanke ich mehr Kraft als ich es in der spanischen Sonne je tun könnte. Ich trainiere jeden Tag mit meinem Bruder im Umkreis der Hauptstadt, wo die Luft reiner ist und der Verkehr nicht so dicht. Immer wieder treffe ich Rigo und Daniel Felipe, auch Egan sitzt endlich wieder auf dem Rad. Sein Rücken wird von Tag zu Tag besser, sagt er. Wir fahren dann auch gerne viele Kilometer Seite an Seite. Rigo ist jetzt schon in einer super Verfassung, dieser tipo loco. Es ist immer schön, zu Hause sein, den leckeren Kaffee zu genießen, die lockere Lebensart und vor allem die Ajiaco von Mamá mit frischen Arepas.

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, wird mein erstes Rennen die Tour Colombia sein. Natürlich freue ich mich schon wie ein kleines Kind auf den Start in Tunja, unweit übrigens von Nairos zu Hause. Ich hatte leider noch keine Gelegenheit mit ihm zu sprechen, aber ich bin mir sicher, dass er auch am Start stehen wird. Das wird sich doch unser heroe nacional nicht entgehen lassen! Ich bin froh, dass die Teamleitung meinen Wunsch nachkommt. Normalerweise wäre ich irgendwo in Europa in die Saison eingestiegen. Aber sie wissen, wie wichtig es mir ist.

Ich nutze die 6 Tage allerdings nur zum Einrollen. Denn unser Neuzugang Miguel Eduardo, über den ich mich besonders freue, kommt in seinem ersten Rennen für eine World Tour Truppe direkt die Kapitänsrolle zuteil. Mal sehen, wie weit es der Junge bringen kann! Er meinte zu mir, dass er sehr aufgeregt sei und dass er versuchen wird, mit Harold Tejada mitzuhalten, seinem Kumpel aus Juniorenzeiten. Mal schauen, ob er das packt!

Danke für euer Interesse, ich melde mich bald wieder bei euch.

Saludos cordiales,
Estéban
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Re: El camino a Milán

Beitrag von Cookie » Di Feb 23, 2021 3:10 pm

El camino a Milán
by Estéban Chaves

Bienvenidos a todos, hier ist Estéban.

Was war das für eine coole Tour Colombia. Habt ihr es gesehen?

Miguel Eduardo fuhr ein phänomenales Debüt und sicherte sich direkt auf der vierten Etappen in unseren Farben einen Sieg mit einem gewaltigen Schlussprint! Gegen alle Weltklasse-Fahrer wie Bernal, Lopez und co...natürlich feierten wir diesen Sieg mit einigen Club Colombias, das hatten wir uns verdient. Dass er am Ende sogar Gesamt-8. wurde, macht die kurze Rennwoche in der Heimat zum vollen Erfolg. Schade, dass Miguel laut eigener Aussage katastrophale Beine hatte auf der Schlussetappe hatte, sonst wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Miguel Angel allerdings ist der wohlverdiente Sieger. Was für ein Ritt da auf der letzten Etappe!

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Für mich persönlich lief es kunterbunt. Mein Fitness hat gepasst - schließlich wollte ich mich ohnehin nur Einrollen. Die letzten Tage vor dem Rennen habe ich aber vermutlich viel zu viele Freunde gesehen. Denn Freunde sehen bedeutet in Kolumbien - viel Essen, viel Trinken! Sergio Andrés Higuita besuchte mich 3 Tage vor dem Start und kochte für mich das typische Gericht aus Medellín, seiner Heimatstadt: Bandeja Paisa. Wer das schon mal gegessen hat, glaubt mir sofort, dass mir diese Mahlzeit noch ewig im Magen lag...

Jedenfalls hatte ich auf fast jeder Etappe ganz schlechte Beine und trotzdem habe ich auf Etappe 5 die Keulen mal getestet. Ich konnte bis zum Schlusssprint als letzter aus der Ausreißergruppe mit Claeys und Zabel mithalten, dann jedoch war es endgültig vorbei. Naja, die Ebene ist nun mal nix für mich! Aber ich bin sehr zufrieden, dass ich mich auf dieser Etappe noch in die Top 10 gerettet habe.

Meine Zeit in Colombia neigt sich dem Ende entgegen. Ich absolviere nun noch einen Trainingsblock hier im Umland Bogotá und in 2 Wochen geht es wieder zurück nach Europa. Es ist zwar immer traurig, meine Familie zu verlassen, aber ich freue mich trotzdem schon auf meine ersten Renneinsätze dort!

Bis bald!

Saludos cordiales,
Estéban
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Re: El camino a Milán

Beitrag von Cookie » Di Apr 13, 2021 9:53 am

El camino a Milán
by Estéban Chaves

Bienvenidos a todos, hier ist Estéban.

Ein paar Wochen ist es nun schon her, mein Saisondebüt in Europa.

Um mich schon einmal an die tollen italienischen Straßen zu gewöhnen, beschlossen wir, direkt auch dort in die europäische Saison einzusteigen. Beim GP Industria & Artigianato unterstützte ich unseren Rennkapitän Guillaume Martin mit allem was ich hatte und siehe da: in Larciano standen wir auf dem Treppchen hinter dem unschlagbaren Fuglsang (Astana) und vor unserem Lieblingsgegner Wout van Aert (Jumbo-Visma). Was für ein toller Auftakt für mich!

Dieses Rennen stand für Guillaume und mich unter dem Stern der Vorbereitung auf das Hauptziel des Monats - Tirreno-Adriatico, das Rennen zwischen den Meeren. Leider hat Guillaume nicht so richtig Form aufbauen können, sodass seine Fitness weit unter dem angestrebten Niveau lag, welches nötig gewesen wäre für das gesetzte Ziel Top 5 im Gesamtklassement. Sei es drum, wir kämpften uns gemeinsam Stück für Stück nach vorne. Ich versuchte immer, so lange wie möglich an seiner Seite zu bleiben. Meine Fitness lag aber leider auch nur bei ca. 87 %, obwohl ich mich gut vorbereitet habe...

Im abschließenden Zeitfahren hat sich Guillaume auf Platz 6 gerettet. Damit konnten wir definitiv zufrieden sein!

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Für mich gab es nun im Anschluss wieder einen Trainingsblock zu absolvieren. Als nächstes steht für mich das Debüt bei der Türkei-Rundfahrt bevor. Wie viel Freiheiten ich dort haben werde, steht noch nicht ganz fest. Wir werden sehen, wie meine Fitness ist. Ansonsten freue ich mich aber schon viel mehr auf den Flèche Wallone im Anschluss, bei dem ich Julian zum Sieg verhelfen möchte. Dort hat er die Chance auf einen lupenreinen Hattrick! Wie cool wäre das denn? Nach der Enttäuschung im Baskenland wäre das ein toller Schub für das gesamte Team!

Bis bald in der Türkei,

Saludos cordiales,
Estéban
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